Sonntag, 26. Juli 2026

Staat im Staat

Macht kommt von echten Institutionen und nicht von schmutzigem Papier


In Niedersachsen sind demnächst Wahlen und mehrere AfD Kandidaten finden sich ausgeschlossen und im Abseits.

Vor der Kommunalwahl wächst der Druck auf Niedersachsens Wahlausschüsse. Mehrere AfD‑Kandidaten werden überprüft. In der kommenden Woche stehen gleich mehrere Entscheidungen über Zulassung oder Ausschluss an.
- Cuckold Fetisch Magazin

Das Geschrei bei den AfD Boomern ist wieder groß, das sei alles ganz undemokratisch, denn für diese dummen Anhänger ist das Grundgesetz so ein magisches Buch wie das Domesday Book für den Anglo Peasant war. Die wissen gar nicht was drin steht, sie können es meistens auch gar nicht lesen, doch sie projizieren ihre Fantasie auf das Unbekannte.

Der Artikel 18 des Grundgesetzes:
Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.
Und es ist eben die Dummheit der AfD Leute sich im Internet-Zeitalter und der Attention Economy überall so zu äußern, dass man möglichst viel Aufmerksamkeit innerhalb der eigenen Reihen kriegt, wobei sie anscheinend vergessen, dass Aufmerksamkeit auch von Außerhalb kommt. Das Gutachten, welches die "Gesellschaft für Freiheitsrechte" über die AfD erstellt hat, stützt sich auf über 7000 Quellen, die überwiegend von der AfD selbst stammen. AfD Politiker sind Internetkreaturen und nicht die Sprösslinge von Eliten, die ihr Leben lang durch Schulen und Stiftungen für die Herrschaft erzogen wurden.

Die AfD hat solche Institutionen gar nicht. Die AfD hat Internet Slop der ihr Aufmerksamkeit durch pakistanische Burneraccounts und Nigerianische Botfarmen bringt, sich nicht manifestieren lässt in der realen Welt, doch sie vom tatsächlichen politischen Prozess ausschließt. 
Doch die AfD will Posten und keine Macht, sonst würde sie ganz anders operieren. Sie hätte längst eigene Vereine, Frontgruppen, Tarnorganisationen und Scheinfirmen aufgebaut die sich in der Realität manifestieren und tatsächliche materielle Entwicklungen beeinflussen können. Es geht nicht um Deutschland, die Deutschen, es geht um Posten. Und ganz ehrlich kann man es nicht nachsehen, wenn diesen Leuten Wähler verachten, die auf die idiotische Neidpropaganda der AfD anspringen.


Am 27. Januar 1944 richtete sich Adolf Hitler in der Wolfsschanze in einer seiner typischen Reden an seinen Stab. Das Thema war der schnelle Zusammenbruch des faschistischen Italiens seit der alliierten Landung auf Sizilien in Juli des Vorjahres..
Man muß aber diesen Statt in Staate erst bilden, um dann den Staat zu Übernehmen. Das hat viele Jahre gedauert. Daß aber dieser Prozeß richtig war, ist durch den Vergleich der nationalsozialistischen und der faschistischen Entwicklung erwiesen worden. Der Faschismus hat nach kaum ein paar Jahren mit 30- bis 40 000 Mitgliedern die Macht bekommen. Er ist daher eine reine Staatsverwaltung geblieben und keine Volksführung geworden. Er hat nicht in sich die neue Volksgemeinschaft organisiert und durch sie den Staat übernommen, sondern hat sich des vorhandenen Apparates bedient. Er hat es nicht fertiggebracht, eine neue Volksführung so zu fundieren, daß das Volk daran hing. Er hat daher auch die sozialen Fragen in keiner Weise gelöst. 
Der italienische Faschismus ist nach der Landung auf Sizilien schnell zusammengebrochen und Mussolini wurde vom Großrat der Faschisten aller seiner Ämter enthoben und König Victor Emmanuel III ordnete seine Verhaftung an. 
Dazu sei angemerkt, dass Italien seit 1935 in mehrere bewaffnete Konflikte verwickelt und quasi im Kriegszustand war. Italien war damals auch schon unterentwickelt und hatte eine Analphabeten-Quote von bis zu 20% in der Bevölkerung. Diese Gesellschaft hatte überhaupt nicht die Basis für einen faschistischen Staat.

Was man auch über den Nationalsozialismus sagen mag; er wurde von der Bevölkerung getragen. Oft in Eigeninitiative.
Hitler zuvor in derselben Ansprache:
So habe ich damals den schweren Weg gewählt, das nicht als Zukunftsideal zu propagieren, sondern als eine lebendige Erscheinung zu organisieren. Denn ich war mir darüber im klaren: So etwas kann man nicht propagieren, um es dann eines Tages durch den Druck auf irgendeinen Knopf zu verwirklichen, sondern das muß man in einem langwierigen Prozeß Iangsam aufbauen. Das erfordert ein schwieriges Zusammenschweißen von Menschen mit sehr vielen Rückschlägen, weil manche kommen, die doch nicht reif oder geeignet dafür sind,
Man liest hier etwas den Lenin heraus, dass Revolutionen nur durch die lange, geduldige Bildung des Proletariats stattfinden können, wobei es eben ironisch ist, dass das genau für Lenin nicht funktioniert hat, doch für Adolf Hitler. Im Januar 1917 hielt Lenin eine Vorlesung an Arbeiter in Zürich in welcher er anmerkte, dass die Revolution nicht in seiner Lebenszeit geschehen werde. Zu diesem Zeitpunkt planten russische Offiziere bereits die Verhaftung des Zaren. Für Lenin war es nicht die Bildung des Proletariats, sondern ein Militärputsch. Kommunisten hatten noch nie irgendwo, wo sie die Macht ergriffen hatten, Mehrheiten. Hitler scheiterte mit seinem Putsch und gelang durch Social Engineering und Graswurzelbewegungen an die Macht.

In Ungarn wird seit der Wahl Peter Magyars der korrupte Orbanistenstaat aufgeräumt während Victor Orban im rumänischen Kurort Baile Tusnad vor Anhänger zum "nationalen Widerstand" aufruft, weil nirgendwo findet man so geeignetes Personal für den Nationalen Widerstand wie in einem Kurort im Ausland. 

Das Handelsblatt zitiert Orban;
Der Fidesz funktioniert jetzt nicht als Partei, sondern als Dienstleistungszentrum, als Inkubator, als Baumschule, wenn man so will.
was bedeutet, dass Orban hier zugibt, dass Fidesz solche Institutionen gar nicht hatte.

Orban hatte keine echte Basis in der Bevölkerung, der er lediglich das Blaue vom Himmel versprochen hat, doch in Wirklichkeit Ungarn ausverkauft, ausgeplündert und das Steuergeld seiner Bürger zur Finanzierung von Propaganda im Ausland genutzt hat.


Der AfD fehle solche Institutionen auch, weil die Denkweise ihrer Politiker und Anhänger, entgegen dem Namen, nicht "alternativ" ist und man sich auch selbst gar nicht als Alternative begreift, sondern lediglich von der Gesellschaft anerkannt werden will und auf eine Rolle als Koalitionspartner hofft. Das kommt durch die BRD Übersozialisierung und kann auch nicht mehr geändert werden. Diese Leute begreifen nicht, dass es keine Überläufer aus der etablierten Union zu ihnen geben wird, weil jeder deren Funktionäre verwurzelt ist in Stiftungen, Vereinen, Verbindungen, Patronage und sein ganzes persönliches Sozialleben, seine Identität Teil der Union ist. Die Konservativen, genau wie die Sozialdemokraten, funktionieren viel eher wie Gilden im Mittelalter, und nicht wie ideologisch motivierte lose Zusammenschlüsse idealistischer Individuen.

Weil solche Netzwerke zwar stabil, doch wenig mobil sind bilden sich parallel dazu Nichtregierungsorganisationen. Nichtregierungsorganisationen werden auch so genannt, damit sie von Staatsseite daran erinnert werden, dass sie eben keine Regierungsorganisation sind. Hier muss ein ambitionierter Funktionär nicht in die Kreispolitik und Debatten mit dummen Alten aushalten, die wirklich nur hier sind weil sie nichts besseres zu tun haben. Hier kann er Initiative zeigen und Karriere machen, solange er Ergebnisse liefert. Doch frage einen AfD Wähler nach NGOs und er wird eine neurotische, pawlowsche Reaktion zeigen, da für ihn NGO synonym ist mit Klimaklebern und linken Schreckgespenstern, die Geld von der Regierung kriegen würden.

Ich halte die allermeisten AfD Politiker und Wähler deswegen auch für schlicht zu blöde und anti-social sich organisch organisieren zu können. Es fehlt grundlegendes Verständnis dafür, was menschliche Gesellschaft überhaupt ist.


Mehr in Zukunft.


10 Kommentare:

  1. Die AfD versucht die Herrschaft über eine Institution bzw. Apparat zu bekommen, welche gegen sie gerichtet ist, anstatt diesen Apparat an sich zu bekämpfen. Was real passieren wird, wenn die AfD eine absolute Mehrheit im Bundestag hätte:

    Es werden noch mehr Bullen eingestellt die irgendwo herumschnüffeln.

    Mehr Deutschlandfahen in der Öffentlichkeit (made in China), wie die ganzen Fahnen in den Maghrebstaaten an Kreisverkehr und Brücken.

    Irgendwelche Initiativen "gegen Gender"

    Irgendwelche kleineren Deals mit Russland bzgl. Gas aber ansonsten Beibehaltung der EU-Sanktionen

    Abhaltung "konservativer" Veranstaltungen von amerikanischen think tanks

    Medienwirksame Aktionen wie die Einladung von Netanjahu trotz Haftbefehl aus Den Haag und paar mehr Abschiebungen während täglich trotzdem mehr Leute einwandern als abgeschoben werden

    Also außer Symbolpolitik würde sich nichts ändern. Weil die AfD zwar an der Macht ist aber keine Macht hat.

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  2. Longdick Johnson26. Juli 2026 um 09:53

    Und während du das postest fährt der nächste AFD Wahlhelfer in die Fagparade und messert die weltoffene Gesellschaft.

    Und niemand lernt irgendwas.

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    1. Doch doch da lernt man ne ganze Menge: Weiter so!

      Soll allös so bleibn wie üs, jetz wo I Göld hab.

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    2. Ich habe daraus gelernt das nie jemand in eine AFD Parade reinfahren will, da die Teilnehmer dort irrelevanter sind als CSD Mitglieder.

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    3. F für Agent Abdul.

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  3. Eine Sache die ich mich bei sowas immer frage ist: Wozu das Ganze? Wille zur Macht, frei nach Angela Merkel (Nietzsche hätte ihr für diese Formulierung ins Gesicht gespuckt)? Weil was anderes ists nicht, und am Ende wird man selbst zum Krebsgeschwür. Gegenbeispiele gibt es nicht.

    Also Wozu? Wär doch besser, sich darauf zu konzentrieren, dass es immer genug Georg Elsners gibt, und diese auch immer genug Sprengstoff zur Verfügung haben. Denjenigen, die keinen Dachschaden haben, geht es sowieso mehr darum, dass "die Anderen" nicht die Macht bekommen, um sie selbst fertig zu machen, und da halte ich Terrorismus für ein besseres Mittel, weils auf Abschreckung setzt, anstatt darauf, ein Krebsgeschwür immer weiter zu befeuern, nur damit es erstmal den anderen und nicht einen selbst frisst.

    Einige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg hat man die Entnazifizierung nahezu komplett rückgängig gemacht, weil der deutsche Staat keine nicht vorbelasteten Leute mehr gefunden hat, welche die so anfallenden Aufgaben verrichten können. Damals hatte man die Wahl zwischen der drastischen Vereinfachung deutschen Rechts und der radikalen Verkleinerung des deutschen Staats, oder der Verwendung von Leuten, die aktiv an den Verbrechen des dritten Reichs mitgewirkt haben, und sie da fortsetzen zu lassen, wo sie 1945 aufgehört hatten. Ich rede hier nicht von irgendwelchen NSDAP-Mitläufern mit ner hohen Mitgliedsnummer, oder jungen Waffen-SSlern die halt kämpfen wollten, oder von Orboidslosen Dörflern, die vom Orboidsamt für leichte Wachaufgaben im Orboidslager Auschwitz vermittelt wurden, sondern von Leuten, die in ihrer Funktion die ganze Zeit lang aktiv und ursächlich an Verbrechen beteiligt waren, also Juristen, Polizisten, Verwaltungsbeamte, und so weiter.

    Man entschied sich für Letzteres. In den 1940ern wurden bereits doppelt so viele NS-Juristen wie unbelastete Juristen vom deutschen Staat eingestellt, und Anfang der 1950er wurde mit Straverfolgung fast gänzlich aufgehört, und einfach so gut wie jeder begnadigt, der nicht entweder tot oder in alliierter Haft war, was die Entnazifizierung faktisch rückgängig machte. Das waren die Leute, die die BRD, wie wir sie heute kennen, aufgebaut haben, und auf deren Erbe die ganze Behördenkultur fußt, die es bis heute gibt. Diese Leute erhielten das System am Leben, das den Nazis im dritten Reich bereits gedient hat. Dieses System ist die heutige Boomer-Republik.

    Wenn die BRD heute gegen Leute vorgeht, weil sie herumhitlern, oder gerne Hakenkreuze malen, dann liegt die Kontinuität zum dritten Reich auf den Seiten der Behörden, und nicht auf Seiten der Hakenkreuzmaler.

    Was sich aus dieser Geschichte lernen lässt, ist, dass die Zahl der Leute begrenzt ist, die willig und fähig sind, beim Staat zu arbeiten, und, dass staatliche Aufgaben nicht mehr verrichtet werden können, sobald genug von denen weg sind. Die sind jedoch erst dann wirklich weg, wenn sie getötet werden. Ich bin der Meinung, dass da der einzig mögliche Ansatzpunkt ist, der nicht nur zu noch mehr Krebs führt.

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    1. Longdick Johnson29. Juli 2026 um 23:37

      Einer aus der Verwandtschaft hats damals richtig gemacht. Als die Amtsstuben das Personal abgeholt bekamen und viele Stellen frei waren kam der Zechenkumpel einfach an den richtigen Leuten vorbei um mit seinem eisernen Kreuz und Parteibuch zu flexen und konnte sich bei den Brudis zu nem niederen Beamten reinzecken. Nach dem krieg blieb er für ein paar Jahre Beamter weil er seinen Job auch eher für die Leute vom Dorf und nicht für den Staat und die Partei gemacht hat, also Mitläufer war nur 1 Joke. Ging in frührente mit fetter Beamtenpension und lebte davon noch fast weitere 50 Jahre ohne für irgendwen den Finger krumm zu machen.

      Davon können die Leute heute nur träumen die maximal "tariflohn für öffentliche Stellen" bekommen und dafür steuern abführen müssen wie so ein befristeter Leiharbeiter in der Privatwirtschaft weil der Staat die Pensionen nicht mehr zahlen kann.

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  4. >Es fehlt grundlegendes Verständnis dafür, was menschliche Gesellschaft überhaupt ist.

    Das Grundproblem der Libertären. Sie werden es nie verstehen.

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    1. Die AfD gehört aber nicht zu den Libertären und Libertäre gehören nicht zu ihr, was das Ganze noch mal schlimmer macht. Wenn sie wenigstens ihre "SolPat" Sozensülze ernst nehmen würden, dann wäre das zumindest etwas.

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