Dienstag, 9. Juni 2026

Slopulismus und Statusverlust

Minderwertigkeitsgefühle als pseudopolitischer Treiber


Wie kann es sein, dass bspw. AfD Politiker so viele völlig widersprüchliche Positionen vertreten. Ist es nur machiavellistisches Lügen, oder haben diese Positionen eine übersehene Gemeinsamkeit. Ich führe mal als Beispiel den kleinen Schulmeister Höcke an, wie er gleichzeitig Otto von Bismarck für sich einbinden will, genau so wie die SPD, weil die AfD irgendwie so verfolgt wird wie die SPD. Stimmt zwar nicht, doch das wird später noch relevant. Wieso suchen angebliche Nationalisten immer den Bezug zu den großen Männern ihres geografischen Raumes, völlig egal welche komplett gegensätzlichen Weltanschauungen diese vertreten und besessen haben.
Ich denke, dass der Slopulist sich die Nähe dieser großen Männer wünscht, weil alle diese großen Männer gemeinsam haben, dass sie eben große Männer sind, und der Slopulist eben nur ein kleiner Mann. Ich denke der gemeinsame Nenner soll hoher gesellschaftlicher Status sein.

Socially dominant groups supported the candidate who most emphasized reestablishing status hierarchies of the past.
- 23 Apr 2018

Etwas, dass man auch immer wieder über die Wutbürger, Wähler und Protestgruppen in Europa liest ist, dass viele Teilnehmer von der mangelhaften gesellschaftlichen Anerkennung motiviert sind. Deren Motive sind nicht Fakten, oder selbst ökonomische Umstände, sondern Emotionen aus denen man sie nicht herausargumentieren kann. Man kann durch Fakten niemanden von einer Position abbringen zu der er nicht durch Fakten gekommen ist.

Der gesamte Text der Studie findet sich hier.

Die New York Times zitiert den Urheber der Studie:

A study published on Monday in the Proceedings of the National Academy of Sciences questions that explanation, the latest to suggest that Trump voters weren’t driven by anger over the past, but rather fear of what may come. White, Christian and male voters, the study suggests, turned to Mr. Trump because they felt their status was at risk. 
“It’s much more of a symbolic threat that people feel,’’ said Diana C. Mutz, the author of the study and a political science and communications professor at the University of Pennsylvania, where she directs the Institute for the Study of Citizens and Politics. “It’s not a threat to their own economic well-being; it’s a threat to their group’s dominance in our country over all.”
Die "Facts don't care about your feelings" Fraktion ist längst degeneriert auf den Status einer hysterischen, abergläubischen Sekte. denn in der Realität kümmern sich die Feelings nicht um deine Facts.


Tatsache ist es, dass diese "weißen, christlichen Männer" einen Status in der Gesellschaft hatten, weil sie für die Gesellschaft eine Ressource waren. Oder wenn sie es auch immer noch sind. Und eine dieser Ressourcen ist als Militärpersonal. Onward christian soldiers, marching off to war.

Wenn er sich dann weigert und sagt, er stirbt nicht für Israel, dann hat er einen verringerten Ressourcenwert für die Gesellschaft, egal ob diese tatsächlich Krieg für Israel führt oder nicht. In der Bundesrepublik wäre dieses Beispiel anzuwenden auf die selbsterklärten "Patrioten" die im AfD Umfeld rumdimpfeln, doch deren Sympathien nicht nur eher gegenüber Russland als der Ukraine gelten, sondern dann Dinge erklären wie nicht für Merz in den Krieg ziehen zu wollen. Diese Leute verstehen die Dynamik überhaupt nicht, wieso sie in der Gesellschaft überhaupt toleriert sind. Der geringqualifizierte Job gibt keinen Status in der Gesellschaft. Der Dschihadist versteht das noch eher als der beleidigte Europoor Nationalist, wenn er diese materielle Welt bereits aufgibt für eine Versprechung von Jannah und diese nicht aufgeben wird für einen Job wo er dich fragt ob du Fritten dazu haben willst. Thank you Mr. Atkins.


“The shift toward an antitrade stance was a particularly effective strategy for capitalizing on a public experiencing status threat due to race as well as globalization,” Dr. Mutz wrote in the study.

Her survey also assessed “social dominance orientation,” a common psychological measure of a person’s belief in hierarchy as necessary and inherent to a society. People who exhibited a growing belief in such group dominance were also more likely to move toward Mr. Trump, Dr. Mutz found, reflecting their hope that the status quo be protected.
Diese Leute gravitieren zur Hierarchie, weil nur die Hierarchie ihnen einen Wert und einen Status gibt. In einer globalisierten Welt konkurriert der bundesdeutsche Arbeitsplebt mit allen Arbeitsplebs weltweit, genau so wie die Camwhore jetzt weltweit konkurriert mit jeder Camwhore aus Kolumbien bis Kasachstan. Die kommunistische Volksrepublik China inflationiert aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Einwohnerzahlen, doch finden sich in einem Milliardenvolk genug Zweibeiner um die Bevölkerung jedes europäischen Landes mehrmals zu ersetzen. Und den allermeisten Leuten fehlt die mentale Konstitution sich so einer Welt zu stellen. Build the Wall, deport them all. Und die Welt wird trotzdem weiter kommen. Man wollte Merz ganz populistisch der Lüge bezeichnen, da es in seiner Amtszeit weiter zu illegalen Einreisen in die Bundesrepublik kommt, obwohl er Abschiebungen angekündigt hatte, als ob das ein und dasselbe wäre. Diese Leute verstehen nicht, dass keine Ankündigung des Staatsoberhauptes etwas daran ändert, dass der Rest der Erdbevölkerung seine eigenen Motive hat. Und die werden kommen und hier um die Soziale Dominanz streiten.


“It used to be a pretty good deal to be a white, Christian male in America, but things have changed and I think they do feel threatened,” Dr. Mutz said. 
The other surveys supported the cultural anxiety explanation, too. 
Das Klischee vom "White, Christian Male" ist bereits eine totale Verwässerung der ursprünglichen Kastenstruktur Amerikas. Weiß ist ein bereits weit gefächerter Begriff geworden. Christ genauso. Und die Rolle eines Mannes in der Gesellschaft ist öfter Gefängnisinsasse als CEO.

In der Bundesrepublik ist es eher der bleichgesichtige Arbeitspleb, der glaubt, dass er wegen ein paar Jahrzehnten BRD einen Anspruch auf den 1950er Jahre Bonner Deal hat, von wegen Wohneigentum verhindert, dass die Leute zu Kommunisten werden, ähnlich wie in den USA. Die Bonner Republik war von Gesellschaftsplanern entworfen und von der NATO subventioniert und kein organischer Endpunkt menschlicher Evolution. Und das Echo davon sind dann Leute die glauben "Don't worry, Darling" soll das echte Leben sein.

For example, Trump support was linked to a belief that high-status groups, such as whites, Christians or men, faced more discrimination than low-status groups, like minorities, Muslims or women, according to Dr. Mutz’s analysis of the NORC study.
Im Kern sind alle diese Slopulisten Wähler motiviert von ihren eigenen Minderwertigkeitsgefühlen. Ich schreibe hier nicht von Minderwertigkeitskomplexen, denn die sind oft Einbildung, doch diese Leute wissen, dass sie von geringem Wert und geringen Status sind.

Wie kann es sein, dass der "weiße, christliche, heterosexuelle Mann" angeblich so einen hohen Status hat, doch man gleichzeitig gegen ihn diskriminieren kann? Wer diskriminiert ihn und aus welcher Position heraus kann er das überhaupt tun? Tatsache ist eher, dass es sich bei diesen Leuten nicht um "weiße, christliche, heterosexuelle Männer" handelt, sondern um das Treibholz der Industrialisierung.



Die AfD in ihrer eigenen Fantasie: der "weiße", so mitteleuropäisch mehrdeutig wie es die KI gerade ausspuckt, mit Frau, blondem Baby und Haus bräuchte einen Kümmerer. Die oxymoronische Vorstellung des Patriarchats wie sich der AfD Propagandist eben gleichzeitig als Grundstein der Gesellschaft wie auch als ihr Opfer versteht. Der AfD Wähler ist in der Regel eben kein mitteleuropäisch mehrdeutiger Micro-Patriarchat mit Haus, sondern aus den unteren Einkommensschichten, wohnt in ehemaligen SPD Arbeitervierteln, oder in ländlichen, strukturschwachen Regionen, wo die Mieten zwar gering, doch Wohneigentum wertlos ist. Er will den Status und die Anerkennung eines Patriarchen, ohne einer sein zu müssen.

Deswegen fühlen sich Slopulisten auch besonders erniedrigt von Weibern in Führungsrollen. Je dementer Donald Trump wird, desto öfter entlädt sich seine Frustration und Wut gegenüber Weibern. Trump hat aller Wahrscheinlichkeit nach extreme Mommy Issues, doch auch den niederrangigen Slopulisten Pleb frustriert es ungemein. Der Deal, der bisherigen Hierarchie, war es, dass Männer von hohem Status den Männern von geringem Status ihre Weiber von geringem Status überlassen, damit die Pyramide nach unten zumindest breiter gemacht wird, so dass der Mann von geringem Status immer noch seine Weiber von geringem Status unter sich hat. Doch je mehr sich herausgestellt hat, dass Weiber genau so gute, wenn nicht bessere, mittlere Management Marionetten machen, kann man die Männer damit ersetzen. Weiber sind besser in der Schule und Abschlüsse haben einen gesellschaftlichen Status, weil Intelligenz einen gesellschaftlichen Status hat, egal ob man damit Professor wird. Das ist die "Diskriminierung", dass ein weißer, christlicher Mann von noch höherem Status lieber den Weibern einen Job gibt als dem Arbeitspleb von gestern. Welcher Patriarchat würde sich überhaupt um einen Job bewerben. Arbeit ist für Weiber und Sklaven. Otto von Bismarck war ein 32 jähriger NEET der in der Kreuzzeitung geshitpostet hat als die Revolution 1848 ausbrach und hat für die Männer von geringem Status nur Verwendung wenn sie auf seinem Gut orboiden, oder für ihn die "Berliner Schweine" zusammenschlagen, damit er selbst eine Karriere daraus machen kann.

Das ist die Situation. Sklaven die sich für Patriarchen halten wollen. Hässliche, übergewichtige BRD Kreaturen die glauben sie sind arische Wehrbauern. Und Leute mit "Secret King" Komplex die gleichzeitig diskriminiert, doch von hohem Status sein wollen. Diese Sentimentalitäten sind Ansammlungen von Pathologien und psychologischen Störungen die sich nicht durch die Abstraktionen von Gesetzestexten und geringe materielle Verschiebungen bei der Einkommenssteuer überwinden lassen. Und zurückzublicken auf die Bonner Republik, und so zu tun als wäre das die historische Norm, ist infantil und wahnhaft.

If wrong, the prevailing economic theory lends unfounded virtue to his victory, crediting it to the disaffected masses, Dr. Mutz argues. More important, she said, it would teach the wrong lesson to elected officials, who often look to voting patterns in enacting new policy.
Die Idee, dass wir im Zeitalter von 3D Druckern, CRISPR Maschinen, künstlichen Gebärmuttern und Large Language Modellen, an der Grenze zu einer neuen Industriellen Revolution, irgendwelchen Legacy Industrien wie Krimskrams Fabriken hinterhertrauern, oder ein Gesellschaftsbild wie die Kernfamilie der Adenauerjahre abfeiern sollten, ist idiotisch in einem Ausmaß der sich als letal erweisen kann.





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