Kriege werden nicht gewonnen auf Twitter und Truth Social
Im Januar diesen Jahres war die Islamische Republik Iran eigentlich am Ende. Hohe Inflation, Wassermangel, außenpolitische Rückschläge in Syrien und Libanon, Unruhen und Proteste im eigenen Land, eine überalterte Führungsriege deren baldiges Ableben einen internen Machtkampf ausgelöst hätte.
Und dann fliegt Israel erneut Angriffe, Trump will sich mit einmischen, labert wieder hyperbolisch was daher, der persische Golf wird unpassierbar für Öltanker und jetzt soll der Iran Reparationen erhalten. Donald Trump wurde zum Retter der Islamischen Republik, während die ihn einen Idioten und Pädophilen nennen.
Es ist eine Komödie als hätte jemand "Canadian Bacon" für das Twitter Zeitalter geschrieben.
Dieser Krieg zeigt auch wieder mal, dass populistische Regierungen chronisch inkompetent sind. Donald Trump hat eine Fox News Kendoll zum "Kriegsminister" gemacht, dem es wichtiger war, dass die US Army rasierte, muskulöse Männer präsentiert, als Kompetenz. Er schwafelt was von "Warfightern", doch der erste War den er fighten soll, den verliert er. Er ist nur in dieser Position aus persönlicher Loyalität zu Donald Trump, während Trump ihn nur dort hingesetzt hat, weil er ihn auf Fox News sah wie der dumme Boomer der er ist, und ihn demnächst auch wieder feuern wird, um von seinem eigenen Scheitern abzulenken.
Es hat sich auch gezeigt wie degeneriert und dumm die Israel Lobby mittlerweile ist. Miriam Adelson dachte wohl wirklich, dass sie mit einer Großspende an Donald Trump diesen irgendwie kontrollieren könnte. Doch alles was Donald Trump interessiert ist; what have you done for me lately. Jetzt gibt er Israels Primärminister Netanjahu die Schuld für den Krieg, als hätte er selbst keinen Antrieb und Motive, und Israel wird noch mehr gehasst.
Drei Theokratien, regiert von Inkompetenz und Nepotismus, sind gegeneinander angetreten und die schwächere der Drei war Siegreich, wegen der Inkompetenz der anderen beiden. Und mehrere kleine Theokratien wurden mit hineingezogen die der Westen selbst hätte längst zerstören sollen. Merz sagte mal Israel und die USA würden in der Iranfrage die "Drecksarbeit" für uns erledigen, eine Formulierung von dem ich glaube er, oder ein Berater, hat sie aus dem Leonard N. Stern School of Business Umfeld aufgeschnappt. Später sprach Merz dann davon, dass die Iraner durch ihren erfolgreichen Widerstand Trump "gedemütigt" haben, was eben auch dafür spricht, dass Merz Trump als einen nützlichen Idioten betrachtet, der in erster Linie dazu dient den amerikanischen Einfluss zurückzufahren, in dessen Lücke dann die Europäische Union und damit Deutschland treten soll. Die Natur kennt eben keinen Stillstand und sie kennt auch keinen leeren Raum. Und nichts hasst Trump mehr als gedemütigt werden.
On 17 June, Trump and Iranian President Masoud Pezeshkian signed remotely the memorandum of understanding to end the war, with Trump signing it during dinner with French President Emmanuel Macron at the Palace of Versailles following the G7 summit, after which Pezeshkian signed it in Tehran.
Ich denke nicht, dass irgendwelche Meldungen über eine bevorstehende Einigung irgendwie ernstzunehmen sind. In fast jedem Krieg wird eigentlich ständig verhandelt und trotzdem gehen Kampfhandlungen weiter, weil jeder denkt, er kann dadurch seine Verhandlungsposition verbessern. Ich würde mir allerdings auch wünschen, dass der Iran weiter die Golfemirate beschießt und deren kümmerliche Ökonomie ruiniert. Wenn es hier einen "Sponsor of Terrorism" in der Region gibt, dann ist das weniger der Iran als die wahhabitischen Golfprinzlinge. Vielleicht suchen die sich auch demnächst Rotchina als Schutzherren und die verfahren mit diesen Prinzlingen dann wie sie in Afrika verfahren.
Trumps eigene, oberflächliche Betrachtung der Welt richtet sich jetzt gegen ihn. Für ihn gibt es nur Winners and Losers, und wenn man kein Winner ist, dann ist man ein Loser. Leute lieben Gewinner und verachten Loser. Ein Regime wird nicht gehasst für seine Grausamkeit, sondern für seine Schwäche. Wenn die Revolutionsgarde die Golfstaaten auslöscht konvertierte ich noch selbst zum Schiismus und ziehe den verborgenen Iman persönlich aus seinem Brunnen. Die USA sind jetzt der Loser. Trump ist der Loser. Er wird sich schnell nach einem nächsten, einfachen Gewinn umsehen, wie bspw. Kuba zu bombardieren. Durch die geografische Realität sind diese Konflikte, egal ob Irak, Venezuela, Iran, Kuba, alles Konflikte welche die USA schnell verlassen kann. Man packt oder zerstört seine Sachen und die Hubschrauber bringen einem zum nächsten Flugzeugträger. Russland kann die Ukraine nicht evakuieren ohne mit erneuten Gegenangriffen auf russischen Staatsgebiet zu rechnen.
Trump erkennt seine Verluste und hat nicht die Nerven für einen richtigen Krieg. Genau so fehlt ihm diplomatisches Geschick einen solchen Krieg den Amerikanern zu verkaufen, oder eine internationale Koalition zu bilden. Im Gegenteil hat er jede Partei, die ihm hätte helfen können gegen den Iran, vorher angepisst. Den Kurden hat er in Syrien die Unterstützung entzogen. Die Saudis hat er ganz persönlich verärgert. Die Europäer hat er verärgert, so dass diese bei Kriegsbeginn ihre erste Krisensitzung auf einen Montag verlegt haben, da man deswegen nicht sein Wochenende unterbricht. Und auch die iranische Opposition hat er im Stich gelassen, nachdem er sie noch angetrieben hat Hilfe sei unterwegs, die nie kam.
Dieser für die USA verlorene Krieg zeigen nicht nur die Grenzen des Machbaren für die USA, sie zeigen die Grenzen des Machbaren für jeden Staat im Drohnenzeitalter. Russland verliert gegen einen ehemaligen Satellitenstaat. Die USA können kein bereits bankrottes Regime stürzen. Staat ist nicht nur als Form menschlicher Organisation, sondern als Form von organisierter Kriegsführung, vorbei.
Venezuela, Iran, Kuba werden in die Geschichte eingehen als "Die Epstein-Kriege".
AntwortenLöschenuuuuuund sie ist wieder dicht
AntwortenLöschenhttps://www.bbc.com/news/live/c9wq95g0lx2t
Easter Egg spotted
AntwortenLöschenDer Witz ist dass die USA eigentlich alles haben um den halben mittleren Osten zu besetzen. Sie haben die logistischen Kapazitäten und ihre industrielle Basis ist groß genug um alles in Massen herzustellen was dafür benötigt wird. Ja ich weiß, vieles davon kommt mittlerweile aus China aber die dafür nötigen Produktionskapazitäten könnte man relativ schnell wieder aufbauen. Auch haben die USA mehr als genug Müllmenschen die als Infanterie dienen könnten. Aber ihnen fehlt der Wille dazu weil sich niemand mehr mit dem Staatskonzept der USA identifizieren kann. Das ist ähnlich wie mit dem antiken Rom. Im Krieg gegen Karthago war man noch in der Lage ein halbes Dutzend sehr verlustreicher Schlachten zu überstehen und hat einfach neue Legionen aufgestellt. Und dabei war Rom damals noch ein Stadtstaat, der Italien nur durch sein Bündnissystem kontrollierte. Dieses Italien war aber kein römisches Staatsgebiet.
AntwortenLöschenEin halbes Jahrtausend später konnte das Imperium, welches mittlerweile 50 Millionen Bürger umfasste, keinen Produktionskrieg mehr führen und war nicht mehr in der Lage das theoretisch extrem große Wehrpotential auch nur ansatzweise auszuschöpfen.
Das selbe mit den scheiß USA: was würde es sie denn kosten den Iran mit Bodentruppen zu erobern? 10.000 Gefallene? 100.000? Eine Million? All das könnten die USA demographisch locker wegstecken und müssten dazu nichtmal auf die Mittelschicht zugreifen.
Aber sie können es nicht mehr. Sie können keine Wehrpflicht umsetzen oder wollen es nicht und keiner hat mehr Bock in der Armee zu dienen, außer jenen die es aus persönlichen Gründen tun.
Bin mit allem einverstanden bis auf die Sache mit den Produktionskapazitäten. Produktion hochzufahren ist viel kniffliger als man meinen würde und allein anschein nach kann es Amerika nicht mehr. Ich beziehe mich hier auf verschiedene amerikanische Vorhaben die entweder gescheitert sind oder massive Hilfe aus dem Ausland (sogar von Ländern wie Finnland) benötigen.
LöschenDas liegt aber nicht daran dass die Amis es nicht können, sondern dass sie es nicht gut genug können. Das moderne Militär hat oftmals kompromisslose Anforderungskataloge. Man will das modernste, beste Waffensystem, das allem was ihm auf dem Gefechtsfeld begegnen könnte überlegen ist. Die Folge sind technisch extrem anspruchsvolle System. Das liegt unter anderem aber eben auch an der Unfähigkeit menschliche Verluste zu tolerieren.
LöschenGuckt man hingegen in die Ukraine sieht man auch heute noch dass Quantität bei genügender Qualität entscheidend ist. Man braucht ja keine Hochtechnologie um den Iran zu besiegen. Mit dem Waffenarsenal von vor 40 Jahren würden die Amis einen Bodenkrieg immer noch gewinnen. Sie versuchen aber ihre Verluste bei Null zu halten und dafür brauchen sie eine extreme technologische Überlegenheit. Und diese ist eben schwer zu produzieren.
Würden sich die Amis mehr auf bewährte Systeme und deren Massenproduktion fokussieren wäre ein Produktionskrieg kein Problem.
>Man will das modernste, beste Waffensystem, das allem was ihm auf dem Gefechtsfeld begegnen könnte überlegen ist.
LöschenErzähl das mal den Finnen die für die Coast Guard nicht-nukleare Eisbrecher bauen müssen weil die es Amis es nicht können. Sie können es nicht gut genug, sie können es gar nicht. Simple, nicht-nukleare Eisbrecher!
>Und diese ist eben schwer zu produzieren.
Ist Artilleriemunition schwer zu produzieren? Dann schon bei so simplen Aufgaben ist Amerika überfordert.
Das ganze Problem in Amerika ist nicht dass deren Waffen technisch anspruchsvoll sind (das sind die meisten westlichen Waffen) sondern dass die Amis weder das Bildungssystem noch die Menschenqualität mehr haben. Wir schreiben das Jahr 2026 und nicht 1996.
Guck dir doch nur mal an wie abhängig Amerika von Europa und Japan ist. Sei es bei den Maschinen/Werkzeug oder bei den verschiedenen Modernisierungsprogrammen (OMPV, Fregatten, selbstfahrende Artillerie usw), überall ist Amerika komplett abhängig was halt unglaublich ist wenn man bedenkt was Amerika für Budgets hat. Ergibt aber alles einen Sinn wenn man weiss aus was grenzdebilen Goblinos Amerika mittlerweile besteht.
ich teile diese These nicht. Im Falle einer Besatzung des Irans würde von allen Seiten menschlicher Kehri ht in Millionenstärke einfallen. Biowaffen oder ähnliches eignet sich nicht zur Besatzung sondern nur um verbrannte Erde zu erzeugen. Was aber möglich ist: die Hormuzblockade wird Indien und Südostasien sehr hart treffen und langfristig Hungerunruhen auslösen, vielleicht einen Flächenbrand von Pakistan bis Indonesien. Das Chaos würde dann genutzt um strategische Engpässe zu besetzten (Malakka, Hormuz) und langfristig zu kontrollieren. Der Prepperphantast Michael Yao erklärt das recht unterhaltsam, aber wie jeder Boomer ist er in seinen Erinnerungen gefangen und labert immer das selbe.
Löschen@Anon 13:44
LöschenDie Globalisierung hat dazu geführt, dass überall auf der ganzen Welt Flaschenhälse verteilt sind. Wenn TSMC gesprengt wird gehen überall die Lichter aus, weil kaum eine Firma noch weiß wie man ein simples Relais herstellt, wie willst du die 90er rekreieren, wenn nicht mal mehr der Lohnzettel als Papier kommt und Jira-Protokolle nicht mehr erfasst werden. Dass die Amis dies und das nicht bauen können ist ein völlig normaler Prozess, der dazu führen wird, dass Leute wie Trump nicht den kompletten Westen an die Wand fahren können.
Tägliche Erinnerung daran, dass in der Panzerhaubitze 2000 Prozessoren verbaut sind, die weniger Rechenleistung haben, als ein moderner Internetrouter.
LöschenEs ist ein Trugschluss anzunehmen, westliches Militär sei High-Tech. Fakt ist, dass westliches Militär technologisch rückständig ist, genau so wie jedes andere Militär auch, und das daran liegt, dass der Staat ein Monopol auf Kriegsführung für sich beansprucht, und dann die Entwicklung ausbremst. Die Ukraine existiert noch, weil der ukrainische Staat in einer existenzbedrohlichen Lage einsah, dass er besser damit aufhört, ein Hemmschuh zu sein, falls er weiter existieren möchte.
@Anon 7:59
Löschen>Dass die Amis dies und das nicht bauen können ist ein völlig normaler Prozess
Bullshit. Ein Land wie Deutschland (um nur Deutschland zu nennen) ist viel unabhängiger als Amerika wenn es um Rüstungstechnik geht und das obwohl Deutschland viel, viel kleinere Budgets und weniger Möglichkeiten als Amerika hat. Nicht nur das, Deutschland hat sogar Redundanzen in den allermeisten Gebieten, fällt der eine Hersteller aus, OK, gibt noch paar andere einheimische Hersteller.
Das was die amerikanische Politik da abzieht ist absolut unentschuldbar und von einer Inkompetenz die ihresgleichen sucht.
@Femboi
>Tägliche Erinnerung daran, dass in der Panzerhaubitze 2000 Prozessoren verbaut sind, die weniger Rechenleistung haben, als ein moderner Internetrouter.
Die Panzerhaubitze 2000 ist über 30 Jahre alt aber ich verstehe was du meinst.
>Es ist ein Trugschluss anzunehmen, westliches Militär sei High-Tech.
Verglichen mit Russland und solchen Gegnern ist westliches Militär High-Tech. Dass Rüstungstechnik, so wie immer behauptet, die zwingend fortgeschrittenste Technik überhaupt sein soll, ist natürlich Schwachsinn.
Voll das Sommerloch!
AntwortenLöschenIst doch gut.
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