Sonntag, 24. März 2024

Wehrbereitschaft



Mit diesen Aufrüstungsplänen in ganz Europa tut sich vermehrt ein Problem auf; es mangelt überall an Soldaten.


Das ist auch völlig normal. Es mangelt immer an Soldaten, gerade an Infanterie, die mit die höchsten Verlustzahlen trägt.
Soldaten sind eben eine Demografie, stammen aus einer Demografie, die dem Staat im Frieden nur Probleme bereitet. Das heißt junge Männer mit Gewaltaffinität und geringen sozialen Bindungen.

Die Vermutung ist wohl erlaubt, dass das Hauptgewicht der Kriegsleistung demnach auf den abenteuernden Knabenschaften und Jungmännerbünden und auf allen ruhelosen, unzufriedenen, ja asozialen Elementen aus minderem Volke lastete, dass in ihnen die eigentliche Kriegerkaste zu erkennen sei, welche die Kriege unserer Alten zu Hauptsache bestritt.
- Walter Schaufelberger
Der Alte Schweizer und sein Krieg:                    
Studien zur Kriegsführung vornehmlich im 15. Jahrhundert.

Wenn man Leute aus einem funktionierenden Leben zur Armee einzieht, dann schafft man damit weitere Probleme. Es wird im Angesicht höherer Rüstungsausgaben nicht über eine Kürzung des Sozialstaates debattiert, weil dieser Sozialstaat parallel zu den Rüstungsausgaben gebraucht wird, weil der Krieg vielen Familien die Versorger nehmen wird, die dann vom Staat versorgt werden müssen.

Es gibt in der BRD immer noch eine Überschuss der männlichen Bevölkerung gegenüber der Weiblichen. Ich werde hier nur keine genauen Zahlen nennen denn die Seite des Statistischen Bundesamtes ist DOOOOOGSHIT und an deren "animierter Bevölkerungspyramide" funktioniert halt gar nichts, angefangen damit dass das sowieso keine Pyramide mehr ist und alles verbugt ist und man so die Zusammensetzung für den Jahrgang 2000 nicht ordentlich angezeigt bekommt. Egal wie Geschichte weitergeht, der Typ der für diese beschissene Website zuständig ist wird zum Minenräumen eingezogen.

Ein Rekrutierungspool, nehmen wir mal an dass hier auf Freiwilligkeit gesetzt wird, tut sich auch damit auf, dass die Wirtschaft weiter rationalisiert wird. Viele Unternehmen verlassen die Bundesrepublik, geben manchmal dafür den Grünen die Schuld, doch die Grünen sind selbst auch nur ein Phänomen des wirtschaftlichen Abstiegs und nicht wirklich dessen Verursacher. Was zurück bleibt ist die Masse an Abgehängten die immer nur Oarboidplätze wollen weil sie sonst mit sich nichts anzufangen wissen und mit denen kann man dann die Armee füllen.

Das eigentliche Problem an diesen ganzen Plänen sind nicht die fehlenden Bodies, nicht mal die Gesetzeslage, sondern dass es überhaupt keine Anlagen mehr gibt eine rasant wachsende Armee zu quartieren, auszubilden, und standardisiert auszurüsten.

Der Focus hat letztens eine sehr irreführende Überschrift veröffentlicht; 
Wenn Putin angreift: Jeder dritte Deutsche würde für unser Land zur Waffe greifen
wobei es sich hier nur um eine FOCUS Online Umfrage handelte, die keinesfalls repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ist. Ein weiterer Platz der wegrationalisiert werden kann. 

Doch gibt es den Trend dahin zu einer steigenden, wenn auch schwach, Wehrbereitschaft in der bundesdeutschen Bevölkerung. Kampfbereitschaft braucht ein "Anderes". Soldaten brauchen in erster Linie einen Feind. Und diese Bereitschaft dazu wird nicht von der Bundeswehr abgeschöpft werden.

Die Russische Landarmee besteht seit dem Ukraine Einmarsch aus allen möglichen Verbänden dass sie mehr einer Feudalarmee als einer staatlichen Truppe ähnelt. Neben der regulären Armee gibt es dort Nationalgarde, Provinzaufgebote, Haustruppen von Satrapisten, von Konzernen gesponsorte Kontingente, fremdländische Söldnertruppen, Reste von Wagner, Penal Battalione. Diese Haufen sind die Druschinas welche Marx' Verständnis von Geschichtsverlauf auf den Kopf stellen. Russland war kommunistisch, dann kapitalistisch, jetzt feudalistisch.

Sie werden vom russischen Staat geduldet und gefördert, obwohl dies nach den Gesetzen der Russischen Föderation eigentlich illegal ist, denn sie erfüllen eine Rolle die gebraucht wird. Diese Haufen sind nicht qualifiziert komplizierteres Gerät zu bedienen wie Radarstationen, Kampfhubschrauber und Luftabwehrraketen, doch sie sind einsetzbar als motorisierte, teilweise gepanzerte Infanterieelemente. Und hier haben sie sogar den Vorteil, dass sie im Gegensatz zur regulären russischen Armee, eine bessere Befehlsstruktur auf Unteroffiziers-Ebene entwickelt haben, da sie weniger entlang etablierter militärischer, als viel mehr kapitalistisch korporatistischer Prinzipien funktionieren. Und ich weiß wie ironisch das ist wenn man sich der Herkunft des Wortes "Company" bewusst ist.

Ich sehe das als zukünftige Entwicklung auch in Europa, sollte es zu einer konventionellen Eskalation kommen, an welche ich nicht glaube, die ich dennoch für wünschenswert halte. Kinetische Gewalt geht gerade den Weg der Postkutsche. 
In Mitteleuropa würden Freikorps von der Regierung vielleicht noch ein "Handgeld" kriegen um sich auszurüsten auf dem freien Markt, weil die Bundeswehr hat nichts was sie abgeben könnte, und im Gegensatz gibt es eine zeitlich begrenzte Integration in die Meta-Struktur der Bundeswehr, doch genau so werden diese Einheiten angeheuert werden für eine Kampagne, eine spezifische Mission um irgendeinen ökonomischen Asset zu sichern weil ihr Geldgeber diesen einem Konkurrenten wegnehmen will.

Die NATO Armeen selbst werden einen Kern an teuren Spezialisten behalten deren Ausbildung zu lange und zu teuer ist als sie zu riskieren, wenn man ein paar Hools genau so dafür nehmen kann, die auch noch billiger sind und die man dann halt ihre Fantasieflaggen mit den Totenköpfen und Freundschaftswindmühlen drauf schwenken lassen kann.

Die Wehrwilligkeit ist schon noch da in der Bevölkerung, nur sie wird sich nicht der Seite anschließen die Denkmäler für Deserteure und Meuterer aufstellt. Sie wird eine parallele Kultur anstreben und Forderungen stellen, denn menschliche Natur ändert sich nicht und sie wird auch die BRD überdauern.





19 Kommentare:

  1. Longdick Johnson24. März 2024 um 14:23

    Das mit "jeder dritte Deutscher" kann schon stimmen. Wenn es soweit kommt das dieser Fall Realität wäre so ist jeder im mIlItÄrFäHiGeM aLtEr wieder Albaner, Türke, Kroate, Nigerianer, Bayer oder wo sie sich sonst beheimatet fühlen. Von den wenigen Bio-Deutschen die noch übrig wären, bleiben einem Drittel noch weniger als das.

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  2. Wer für die BRD in den Krieg zieht hat was grundsätzliches nicht verstanden

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    1. Du hast was Grundsätzliches nicht verstanden wenn du in dem Kontext von diesem Text über die BRD redest.

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    2. Johan Drakensson25. März 2024 um 07:07

      Du ziehst eh für niemanden in den Krieg, da du für den Kriegsdienst einen zu großen Eierkopf hast.

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    3. Für die BRD und Scholz würde so oder so niemand in den Krieg ziehen. Wofür man auch heute in den Krieg ziehen würde:

      - Für das (bio)deutsche Volk, welches weiterhin die überwiegende Mehrheit ausmacht.
      - Um Männerbünde und Strukturen wieder aufzubauen. Thema hatten wir schon einmal.
      - Um politischen Einfluss zu gewinnen. Guckt mal wieviel politischen Einfluss so Gruppen wie Asow in der Ukraine mittlerweile haben.

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    4. Männerbunde sind was für vaterlose Internet Bastarde. Jemand mit stabilen Familienverhältnissen kommt nicht mal auf solche gedanken irgendwelche männerbunde aufzubauen. Aber solche Leute sind ja auch das Kanonenfutter, also hast du schon recht.

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    5. >für das (bio)deutsche Volk
      Die meisten Hanswürste aus der Richtung argumentieren dafür, dass überhaupt keiner für irgendwas stirbt und dass sowieso alles ein perfider Plan der Eliten ist die Deutschen auszurotten, weil es ein Museumsstück sein soll. Was das deutsche Volk dann retten wird ist sowas wie religiöser Fundamentalismus oder Rapegangs oder Klonkrieger. Nichts davon findest du bei Patrioten, bei Varg nicht, bei den Cuckservativen auch nicht.

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    6. Du ziehst faktisch ausschließlich für die in den Krieg die dich da hin schicken, egal was du dir sonst noch alles vormachst oder auch nicht. Hier ist das halt die BRD und damit gibt es nichts zu gewinnen egal wie es ausgeht.

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    7. Des ist halt nur Cope und Geschwätz von Leuten die vor lauter "Meta" nicht sehen was genau vor ihrer Nase liegt. Erstens ist dein "Potential" außerhalb dieses Rahmens gar nicht existent. Zweitens kämpft Azov etc. auch nicht für Selenski oder Zilinsky oder whatever, sondern halt für ihr Land völlig egal wer da gerade Präsident ist. Im zweiten Weltkrieg haben auch Sozialdemokraten in der Wehrmacht ihren Dienst geschoben und die waren nicht für Onkel Adolf da. Und Drittens kämpft man um in der Nachkriegsordnung Reputation für eben diese Nachkriegsordnung zu haben. Und Viertens ist es einfach der Flaschenhals an dem sich eine Gesellschaft heroisieren wird oder halt untergeht.

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    8. @Lolwitz

      ich weiss was du meinst aber das sind zu 90% ostalgische Boomer im Internet (sofern es nicht direkt "Russlanddeutsche" oder Bots aus der russischen Trollfabrik sind). Vollkommen irrelevante Penner sind das. Dass so viele Deutsche in der Ukraine kämpfen (wohlgemerkt entgegen der "Empfehlung" oder Warnung der eben genannten Trottel), teilweise auch in eigenen Strukturen, ist schon einmal ein gutes Zeichen.

      Hätte ich ehrlich gesagt vor 3-4 Jahren so niemals erwartet, ganz im Gegenteil...Als der Krieg losging und es die ersten Berichte über Freiwillige aus Deutschland gab, dachte ich mir dass die auf der Seite der Russen kämpfen würden, wohlwissend wie demonstrativ pro-russisch die deutsche Internet-Rechtsbubble ist. Aber nein, gar nicht. Weit gefehlt.

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    9. Meine mich zu erinnern, dass einer hier mal schrieb dass bei Misanthropic Division auch strong Wahmen mitmachen, was mir persönlich egal ist, aber das hat halt wirklich nichts mit 14 words oder sowas zu tun, sondern mit Töten für Wotan.

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    10. @Anon13:41

      natürlich zieht ein kleiner mann wie mit kleinen meinungen in seinem kleinen kopf nur in den krieg, wenn jemand anders ihm einen kleinen stahlhelm aussetzt.


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    11. @Sprung
      Hey Anwalt was machen deine BRD und deine große Karriere?

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    12. @Anon18:10

      Jedes einzelne deiner Worte quillt halt nur so über von ressentiment und ignoranz eines kleinen verschwendetes Lebens.

      Ist aber auch normal von jemanden, dessen höchstes Ambition eben einen kleine Kuh ist.
      Da kann man ja nur gallespuckend in die Richtung des Vitalen, Erfolgreichen und Erhabenen neiden, der eben erschafft oder eben auch zerstört wenn es ihm beliebt.







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  3. „…da sie weniger entlang etablierter militärischer, als viel mehr kapitalistisch korporatistischer Prinzipien funktionieren. Und ich weiß wie ironisch das ist wenn man sich der Herkunft des Wortes "Company" bewusst ist.“
    Hmm ja köstlich. Funktionelle Strukturen ergeben sich immer wieder aufs neue aus der Wirklichkeit heraus, die nach Funktionalität verlangt.

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  4. Offenbacher Anon25. März 2024 um 09:39

    Die Bundeswehr will ja explizit keine gewaltaffinen Leute. Deshalb gibt's den Jugendoffizier, den den Sörens und Anna-Lenas war von Freundschaft, Frieden etc. erzählt.
    Einen Bekannten von mir habe sie abgelehnt, weil vorbestraft wegen Körperverletzung. Dafür haben sie die 17-Jährige Vegetarierin genommen, die keine Tiere essen kann. Töten ist böse und so.

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  5. Die Marine wird wahrscheinlich der erste Zweig sein, bei dem das Personal wegautomatisiert werden kann. Projekte wie Sea Hunter von Vigor oder Orca von Boeing sind jetzt schon relativ beeindruckend und die stellen nur den Anfang dar.

    Sieht auch gerade so aus, als würde die Robotik einen riesiegen Schub durch die Integration von LLMs in Roboter erfahren. Mit mehreren GPU-Clustern und Jointless Hull-mäßigen Druckern lässt sich in ein paar Dekaden vielleicht mehr Kampfkraft generieren, als mit abgehängten Heloten.

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  6. Na du Votze traust dich wohl nicht mehr meine Kommentare zu veröffentlichen

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    1. Deine Kommentare sind allesamt Selbstowns die nur dafür da sind die Welt wissen zu lassen wie dämlich du bist und wie fremdartig und dass du hier nicht her gehörst. Alles was sie machen ist andere Kommentatoren zu animieren dich auf deinen sowieso schon geringen Stellenwert zu reduzieren, was dazu keine Kunst ist. Das ist wie wenn sie einen geistig behinderten im Rollstuhl verprügeln würden. Kann spaßig sein, hat allerdings auch keine Einstiegshürde. Nur du bist halt entkörpert und dass du was von "trauen" schreibst ist halt wieder so ein Selbstown. So wie die Kommentatoren dich reduzieren keine Hürde ist, so ist dein "Mut" von der Einbildung etwas Kontroverses zu schreiben den du nach 12 Uhr aufbringst noch weniger.

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