Montag, 7. Oktober 2019

Joker

Spoiler: der Film ist Müll


Ich halte den Hype um den Joker Film darüber wie viel Gewalt er zeigen würde oder ob es Amokläufer im Kino geben wird für virales Marketing der Studios denn der Film hat sonst nichts zu bieten.

Die Origin Geschichte des Joker spielt sich in einem 1980er Jahre Setting ab was ich unnötig finde da in diesen Comic Geschichten die Stories der Charactere sowieso ständig geändert und angepasst werden. Ein Element von Heath Ledger's Joker war eben dass er ständig seine Geschichte ändert darüber wie er seine Narben gekriegt hat. Das ist auch ein Hinweis für den Zuschauer, dass es völlig egal ist wie er nun seine Narben wirklich gekriegt hat weil er der Bösewicht ist in dem Moment und das Warum hier völlig egal. Dieser Joker ist ein Agent des Chaos und lügt sowieso ständig, also seit wann hören wir auf solche Typen wenn es um irgendwas geht.

Der Joker Film von Joaquin Phoenix versucht uns eine Hintergrundgeschichte zu liefern die eigentlich sowieso nichts aussagt. Ich denke sie haben Joaquin Phoenix hauptsächlich gecastet für die Rolle weil er gut darin ist kaputte und gebrochene Leute zu spielen und hier soll ein Joker gezeigt werden der irgendwie vom Leben gebrochen wurde und deswegen ausflippt und gegen die Gesellschaft losschlägt. Der Charakter ist allerdings verrückt, psychisch geschädigt, von Anfang an und weil der Zuschauer einen Film immer durch die Augen des Protagonisten sieht kann man sich überhaupt nicht sicher sein welche Elemente real sind und welche nur im Kopf vom Joker stattfinden. Ich denke sowieso die gesamte Gotham Serie spielt sich lediglich im Kopf von Batman ab.

Und wo wir gerade bei kaputten Typen sind, Robert DeNiro spielt ebenfalls mit. Der Film lehnt sich sehr an The King of Comedy von 1982 an und deswegen dachten die sich wohl damit das auch der letzte kapiert casten sie nochmal DeNiro in diese Rolle. Wann hat der eigentlich das letzte mal einen guten Film gemacht. Lebt den seine Karriere nicht nur noch von der Erinnerung an Raging Bull, Taxi Driver, Good Fellas und Casino. Der Joker Film ist eine weitere Platzpatrone.

Dieser Joker taugt nicht als Supervillain, er ist lediglich ein kränklicher, gestörter Loser der nichts interessantes zu sagen hat. Der Joker von Ledger hat eine Flut an Memes ausgelöst und hatte selbst eine nihilistische Philosophie, dieser Joker hat gar nichts. Seine Hintergrundstory löst sich darin auf das seine Adoptivmutter ihn immer wieder von ihren neuen Boyfriends hat misshandeln und missbrauchen lassen und deswegen hat er einen Knacks im Hirn. Die Wahrheit über die meisten Verrückten ist eben dass sie nicht an der Grenze zum Genie existieren und das Potential eines Verstandes haben der sich nicht an Regeln hält, sondern die meisten Verrückten sind nutzloser genetischer Abfall die allen um sie herum schaden zufügen.

Und an diesem Punkt bestätigt sich auch meine Bias die ich gegen den Comic Charakter des Joker und gegen seine Fans habe. Wäre ich Bruce Wayne würde ich einfach eine große Grube hinter meinem Herrenhaus ausheben und diese kostümierten Superschurken dort hinein bulldozern. Oder sie in Hühnerdraht eingewickelt in den Gotham River werfen. Nur spielt das eben keine Rolle weil, wie gesagt, sich alles nur im Kopf von Bruce Wayne abspielt und die Superschurken nicht existieren genau so wie Gotham selbst. Nur ist der Joker eben ein Charakter der mich besonders anekelt. Eigentlich ist es ein narzisstischer Freak der seinen ebenfalls gestörten Sidekick Harley Quinn, die eine Mischung aus Nightingale und Stockholm Syndrom hat, misshandelt und quält. Diese Beziehung ist eigentlich immer dieselbe nur seht ihr auch wie über die Jahre sie unterschiedlich vermarktet wurde und wie eine zunehmend verrückter werdende Gesellschaft diese fetischisiert. Der Joker den Jared Leto in Suicide Squad gespielt hat hätten sie eigentlich gleich den "Fetischisten" nennen können. Und das ist auch der Punkt wo man sich vollkommen vom traditionellen "Joker" entfernt hat.  Wahrscheinlich war der Fetisch-Joker von Leto immer noch ein besserer Joker als der von Phoenix, hier spekuliere ich da ich Suicide Squad nicht gesehen habe.

Phoenix Joker ist nicht mal ein richtiger Schurke da er eigentlich selbst Opfer von Kriminellen wird, nämlich einer Gruppe von Inner City Youths, lese ein paar braunen Mistery Meats. Daraufhin gibt ein Arbeitskollege bei der Clow Union einen Revolver, der auch sein Kündigungsgrund wird als dieser bei einem Auftritt im Kinderkrankenhaus aus seiner Tasche fällt. Der Moment wo er den Revolver tatsächlich bewusst benutzt ist allerdings als er in der U-Bahn angegriffen wird von.... Stock Brokern. Japp, Aktienhändler Typen fahren U-Bahn und greifen den Joker zum Ton eines ihrer Studentenlieder an. Das waren echt harte Zeiten in den 1980er Jahren als die Leute in der U-Bahn ihres Lebens nicht mehr sicher waren vor Stock Brokern und Hedgefond Managern die Blut sehen wollten.
Er knallt also diese Typen ab und das ist dann die Geburtsstunde des Joker. Und sie ergibt keinen Sinn.

Am Ende ist es dann auch ein Typ in Clownsmaske der die Eltern von Bruce Wayne abknallt "you get what you fucking deserve". Wieder ein Storyelement der Comics was sie einfach umschreiben um zu zeigen dass sie es können egal ob es passt oder nicht. Ist der "killing Joke" also letztendlich an den Zuschauer gerichtet, dass nichts in diesem Film irgendeine Rolle spielt und er trotzdem einen Hype generiert hat. Ich denke Leute verlassen auch das Kino nicht wegen Gewalt, relativ wenig zu sehen davon im Film, sondern weil der Film einfach nicht gut ist und nichts zu sagen hat.




PS: Wenn ihr einen besseren Film sehen wollt wo Phoenix einen kaputten Typen mit Mammy Issues spielt schaut euch "He won't get far on foot" an.


Kommentare:

  1. Dieser Euphemismus vom "geschädigten" Verbrecher ist ein so bourgie Klischee das vom postmodernen behaviouristischen Kozept vom Ungeschriebenen Blatt stammt, welches selber wieder von diesem kontinentalen Idealismus stammt, dass alle Menschen ja eigentlich in der Natur gut sind und es nur Zivilisation ist dass sie schlecht macht, zynisch und kurzsichtig. Es kann ja nicht sein dass jemand einfach böse geboren wird oder ihn etwas anderes verdirbt. Dabei müssen die Eltern die Kinder nicht einmal missbrauchen sondern sie müssen einfach selber Menschenmüll sein und das ihren Kindern vorleben. Es ist auch so ein spießbürgerliches Ding alles auf so hedonistische Konzepte wie Armut oder Sexualiät zu reduzieren und Kinder behütet aufwachsen sollten.
    Keine Metapher, keine Euphemismus, keine Philosophie ist dem bourgie absurd genug damit er sich von den eugenischen Wahrheiten der Menschheit verstecken kann.

    Die Wahrheit ist, Opfer werden nicht zu Superschurken sondern bleiben Opfer. Und Schurken bleiben Schurken; Stalin führte jugendliche Schlägertruppen an und Hitler suchte sich als Kind Schwächere die er rumkommandieren konnte. Bundy, Gacy und Dahmer waren auch keine Opfer sondern Predatoren die es auf verwundete Kälber abgesehen hatten. Wir leben in einer Gesellschaft in der die meisten Leute einfach Opfer sind also projizieren sie sich auf seine Figur wie den Joker oder Kevin zum cope.
    Dazu kommt noch dass diese fethisierung von den Bösewichten ziemlich geschmacklos ist, ein guter Antagonist ist unsymphatisch damit sich der Zuschauer freut wenn er endlich auf die Schnauze fliegt. Dieser Film hätte besser funktioniert wenn der Joker einfach so ein verzogenes Gör aus gutem Hause ist und dann bei den Marines landet und dort zum killer gemacht wird. Und wenn er zurück kommt denkt er sich "geil, ich hab Blutdurst und diese Gesellschaft ist eh nichts wert." Eric Harris anyone?
    Aber das wäre wohl zu persönlich weil Zuschauer und Produzenten sind halt keine Missbrauchsopfer sondern verzogene Gören aus gutem Hause.

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    1. Ist wie mit dem Witz wo zwei jüdische Psychiater ein Mordopfer in der Gosse finden und dann sagt der eine "Oy vey wir müssen den finden der das getan hat."
      worauf der andere sagt
      "Du hast recht, er braucht dringend Hilfe."

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    2. ^
      ich glaub das ist letztendlich der Witz den die Macher des Films mit dem Publikum haben weil der Joker am Ende in ner Zwangsjacke durch die Gänge läuft als ob weitere Medikamentierung oder sowas hier noch was ändert anstatt ihm einfach zu euthanasieren.

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  2. Der beste Joker war immernoch Jack Nicholson. ^^

    "Der Moment wo er den Revolver tatsächlich bewusst benutzt ist allerdings als er in der U-Bahn angegriffen wird von.... Stock Brokern. Japp, Aktienhändler Typen fahren U-Bahn und greifen den Joker zum Ton eines ihrer Studentenlieder an. Das waren echt harte Zeiten in den 1980er Jahren als die Leute in der U-Bahn ihres Lebens nicht mehr sicher waren vor Stock Brokern und Hedgefond Managern die Blut sehen wollten."

    Dazu gab es doch dieses Buch damals, "Fegefeuer der Eitelkeiten". Wo der Stock Broker all diese Problem bekommt, und der Staatsanwalt ganz viel Bodybuilding macht wegen diesen Evil Wallstreet Typen, und den "Bildschirmen" aus der Bronx in der U-bahn...

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