Samstag, 13. April 2019

Risikobewertung

von Sebastian Reinhold




Alles Panikmache? Prepping, wozu?

In den Trottelmedien und anderswo macht man sich über "besorgte Bürger" oder schlimmer "Doomsday-Prepper" usw. immer lustig, und tut gerade so als ob es die Spaßgesellschaft der 90er geben würde -> hör auf nachzudenken, halt die Fresse, mach dir ein Oettinger auf und Spiel mit deinem Smartphone.

Nun, planlos agieren ist vielleicht besser als gar nicht agieren, aber erstmal müssen wir definieren worauf man sich eigentlich "vorbereiten" will. Ein Instrument dafür ist die Szenariotechnik, hier verdeutlicht durch den sog. Szenariotrichter.



Definieren wir "Best Case" und "Worst Case"...

Im Best Case:
In Europa gibt es einen "Exit" nach dem anderen die EU zerfällt... Bayern und Sachsen spalten sich von Restdeutschland ab. Die EU will man als restliches "Westbündnis" künstlich erhalten was kollosal scheitert weil Deutschland keine Zahlkraft mehr hat und Österreich Bayern, Norditalien zusammen mit Visegrad einen neuen Verbund bilden und einen neuen Dukaten/Krone als Währung einführen. Aufgrund der nicht mehr vorhandenen Sozialleistungen verlassen die meisten Migranten dieses Gebiet und wollen nach Frankreich,Restdeutschland oder England...Rentner bekommen zwar fette nominale Abschläge, können aber aufgrund der Stärke der neuen Währung gut (über)leben. Alles wird viel billiger, Staatsquote unter 25%. "Neu Habsburg" erblüht wirtschaftlich, und repariert sich gesellschaftlich aufgrund des neuen Windes. Das "Westbündnis" bricht ökonomisch wie sozial völlig zusammen. Bürgerkrieg bricht aus, die USA finanzieren nachdem Kalifat Rhein/Ruhr, Paris und Belgien ausgerufen wurden autoritäre Neofaschisten aus ruhenden Stay-Behind Nato-Armeen die nach und nach die Kontrolle übernehmen, Kulturfremde versuchen daraufhin möglichst schnell Westeuropa zu verlassen. Eine Reihe von brutalen Diktaturen entsteht welche versuchen möglichst stark an "Neu Habsburg" anzuknüpfen, dem nach einem fulminanten Staatsbankrott zwischenzeitlich auch Kroatien und Slowenien beigetreten sind...Neu Habsburg pflegt gute Beziehungen zu Russland, die Ukraine verliert weitere "alte Gebiete" bis zur moldawischen Grenzean "Neu/Klein" Russland... Die Westurkraine wird weder von Russland noch den USA noch gebraucht und nach einer echten Revolution aufgrund der miserablen wirtschaftlichen Lage bildet sich eine Wirtschaftsliberal-konservative Republik die den Beitritt zu Neu-Habsburg anstrebt. "Neukleinrussland" mit Hauptstadt Odessa wird eigene Republik, und erklärt sich Neutral. Blablabla nach ein paar Jahren dann ganz überall Friede Freude Eierkuchen...
Ok, Bestenfalls...


Schlimmstenfalls:
Zombie Apocalypse: Natürlich nicht realistisch, aber bei "Preppern" in den USA nicht grundlos eine Metapher. Wer auf die Zombie-Apocalypse vorbereitet ist, für den stellt alles andere kein Problem da. Ein simpler Weltkrieg oder Meteoriteneinschlag ist ja ein Spaziergang dagegen...
"Its not safe to hope for the best without preparing for the worst"

Real wird einen irgendetwas dazwischen erwarten, bleiben wir mal bescheiden und gehen wir weg von den "Luftschlössern" und zählen wir reale Ereignisse und Möglichkeiten auf die einem im deutschsprachigen Raum begegnen können.

  • Stromausfälle: Je nach Ursache auch mehrtägig. Ursachen Pannen, Kurzschlüsse, oder extern durch Stürme und Unwetter
  • "Schneekatastrophen" - hier besonders kritisch weil in der Regel auch die Heizung ausfällt. Im Alpenraum inklusive eingeschneite Ortschaften, Abschnitt von Außenwelt.
  • Hochwässer
  • Unfälle/Störfälle/Feuer/Großbrände

Beispiele die Waldbrände in der Umgebung von Berlin letzten Monat, oder die Explosion auf einer Raffinerie bei Ingolstadt im September 2018. Ergo: Shit Happens, auch wenn sonst "alles in Ordnung" ist. - Das sind abseits von "strategischen" Gesamtrisiken also schon mehr als genug Gründe für "Prepping". -

Die wichtigste "Grundaufgabe" davon ist es also das man aus eigener Kraft die eigenen biologischen Grundbedürfnisse (Wärme, Fressen, Schlafen, Scheissen) eine möglichst lange Zeit befriedigen kann. - Danach kommen Sicherheit, Gesundheit und "Ordnung"... worauf man selber weniger Einfluss hat.



Kommentare:

  1. Kennt jemand "Blackout" von Marc Elsberg?
    Darin sollen die katastrophalen Auswirkungen von großflächigen, mehrwöchigen Stromausfällen ziemlich realistisch dargestellt werden.
    Habs selbst noch nicht gelesen, kann es jemand von euch empfehlen? Schon zu viel Kohle für Schrott rausgehauen...

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  2. Hab mal bei doomsday prepper reingeschaut, egal was davon jetzt gestaged oder real ist, ich hab nie verstanden warum Man sich so extrem auf ein spezifisches Szenario vorbereiten sollte.
    Da gibst du dann viel Geld aus um bei einer super Seuche nen Haufen Medizin zu haben, während es noch dutzende andere Szenarien gibt und nen Gang auf die Waage zählt bei den amis wohl auch nicht zur Überlebensstrategie lololol

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    1. Das siehst du falsch. Das ist die Fettreserve für Hungerzeiten...lol

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  3. Auch nur gehört das es gut recherchiert gewesen sein soll.
    Das Buch gibt es mittlerweile als Hörbuch, und würde mich wundern wenn das keiner irgendwo hochgeladen hat.

    Und kostenlos gibts das hier.

    https://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/buecher/petermann-etal-2011-141.pdf

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  4. Thx! Das ist für mich das realistischste Szenario, das katastrophale Folgen haben könnte. Und das der dumme Russki meint, zu weit in den Westen zu expandieren. Wobei das wohl eher so ne Spinnerei von mir ist...lol

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  5. Ich finde dieses Wort prepping saudumm, alle außer dieser Trottelgenerationen hier haben Vorräte für schlechte Zeiten gehabt.

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    1. Bei Bushcraft muss ich auch immer keken. Ist wohl so ne Marotte einer Gesellschaft, die alles durchtheoretisieren will. Soviel zu "die Anglos sind weniger autistisch als die Deutschen".

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  6. Vor kurzem gab es einen Stromausfall in einem Stadtteil von Berlin. Leitung und Reserveleitung zum Umspannwerk wurden angebohrt, Reperatur hat ca. 33 Stunden gedauert. Derweile alle Supermärkte zu weil (elektronische) Türen und Kassen nicht funktionierten. Funkmasten und Heizkraftwerke waren natürlich auch betroffen. Heizungen von Privathäusern laufen ohne Strom genauso wenig. Berlin wird von ca. 50 Umspannwerken versorgt, würden die alle mitten im Winter gleichzeitig ausfallen, dann würde sich ein grosses Problem auf unterhaltsame Weise selbst lösen.

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