Donnerstag, 9. Mai 2019

Die ersten 10k

von Sebastian Reinhold



Nachdem mich so ein Artikel über "Vermögen" und Anlegen neulich ein bisschen getriggert hat, werde ich eine kleine Reihe zu diesen Themen schreiben. allerdings von unten, praktisch und aus der Mikroperspektive.

Hier sind ja ein paar Leser vom alten PC Blog, und was wir uns eigentlich vergegenwärtigen müssen, ist das der Kollaps in mehrfacher Hinsicht schon angekommen ist, er ist bereits in mehrfacher Hinsicht Realität, den meisten fällt es nur nicht auf weil es bereits manifestiert ist und Politik und Medien in Deutschland all ihre Kraft aufbringen um die Illusion aufrecht zu erhalten es wäre anders.

Seit 10 Jahren, wenn nicht bereits seid 18 Jahren befindet sich Deutschland in einer Sozio-Ökonomischen Dauerkrise, die Leute die jetzt jünger sind kennen es bereits gar nicht mehr anders.
Die letzte "Boomphase" in der Realwirtschaft hatten wir Ende der 90er Jahre, diese war spätestens im Frühjahr 2000 mit dem Platzen der .com / "New Economy" Blase zu Ende, und 9/11 knallte hier einen globalen Sargnadel hinein. Seitdem tritt man real auf der Stelle.

- Davon begleitet haben wir einen kulturellen Zusammenbruch, die "Revolutionen" der End-60 und die Gehirnwäsche begann endgültig durchzuschlagen in allen Bereichen des Westens. Die "konservative Revolution" und die "geistige Wende" die konservative Theoretiker die es kommen sahen noch beschworen haben blieb aus, weil bereits niemand mehr da war der sie hätte durchführen können. Die Exzesse dessen sind für jeden offensichtlich und ziehen sich bis ins Privatleben. Hier kann nur jeder Einzelne etwas dagegen tun indem er für sich selbst einen Gegenpol dazu bildet.

- Die BRD selbst zeigt bereits ihre Auflösungserscheinungen, die Parteien der "repräsentativen Demokratie" sind eine Shitshow. Die Staatsquote hat den Level sozialistischer Staaten erreicht, gleichzeitig kann und will selbiger Staat nicht mal mehr seine Grundfunktionen wahrnehmen. Der Frosch wird langsam gekocht und merkt es nicht, aber all diese Bereiche sind bereits in der Erosion, Stück für Stück werden sie weiter abgetragen bis sie durch etwas anderes ersetzt werden.


1. Bestandsaufnahme, Einkommen und Vermögen "junger Beschäftigter"

"Studie des DGB zu unter 35-Jährigen - Fast ein Drittel arbeitet ohne Festanstellung" In regelmäßigen Abständen kommen die Studien zum Thema "junge Beschäftige" erst bis 30, jetzt bis 35. Meist die übliche Tränendrüse des DGB, aber die Zahlen sind imho durchaus glaubwürdig. - Nur 30% verdienen überhaupt ein Bruttogehalt über 2500€ , 30% nicht mal 1500€, der Rest ist dazwischen, feste Anstellung sind ebenfalls rar, "Flexibilität" ist gefragt, Dauerprobezeiten, Befristungen, Zeitarbeit, Wenig bis keine Aufwärtsmobilität. Und angesichts des Zustands und des Leistungsvermögen haben Arbeitgeber auch nur wenig bis kein Interesse hier irgendetwas zu ändern.
Das betrifft natürlich nur die Beschäftigen mit Arbeit, es gibt nämlich noch mehr Leute, die schieben sich durch hauptsächlich wertlose Studien und Praktikas und verbringen ihre 20er auf Sparflamme in "Beschäftigungssimulation" - der Rest scheisst drauf kassiert HartzIV und die Zuckerl holt man sich aus dem Millieu, also Kriminalität und Schattenwirtschaft.

Kommen wir zu Vermögensverteilung, die ersten 20% in Deutschland haben laut Zahlen der Bundesbank im Schnitt 5 Riesen Schulden, die nächste Stufe 20-40% hat maximal 13.000€, Gesamtvermögen, also alles, Cash, Auto, Immobilie usw... Damit man also Besser dasteht als 40% der Bevölkerung muss man über diese 13.000€ kommen, oder noch drastischer ausgedrückt, wer keine 10.000 Riesen in Cash hat ist in Deutschland "Abschaum" bzw. "Leibeigener des Staates".


Warum? Wer dieses Geld nicht hat, der hat mit die teuersten Opportunitätskosten die ihn unten halten werden, er braucht für fast jede Anschaffung einen Kredit, er hat keine finanziellen Reserven für kleinere Notfälle, bei Gehaltsausfall hat man keine Optionen außer gleich bei irgendeinem Amt betteln zu gehen. Arbeitsplatz wechseln geht mangels Mobilität nicht, wer kein Geld hat kann sich keinen Umzug leisten, und nich mal die Kaution für eine Mietwohnung. Sich notgedrungen selbstständig machen wir ebenfalls schwierig, kein Startkapital, keine Rücklagen für Bürokratie, und bei nem kleineren Rechtsstreit kann man nicht mal nen Anwalt bezahlen. Mit anderen Worten, man ist ziemlich am Arsch.

Ziel kann es also nur sein, dieses Zustand möglichst schnell zu ändern um daraus zu kommen wenn man sich nicht damit arrangieren will. - Wer also nicht zufällig mit Bitcoins Glück hatte und diese Dinger zu Bargeld oder Realwerten gemacht hat, dem wird nur eine Möglichkeit dazu bleiben. Sparen und zwar durch Minimalismus und Konsumverzicht. Und hier sind wir ganz nah schon dran am "Überleben". - Ich werde dazu zu verschiedenen Bereichen also ein paar Sachen schreiben.


Schritt 1. Monatliche Ausgaben

"Macht kaputt was euch kaputt macht - Monatliche Ausgaben"

Feste monatliche Ausgaben fallen jeden Monat an, das Problem ist wenn man nichts dafür bekommt, vor allem Zeug das man weder braucht, noch zu etwas nutzlos ist. Für die Sachen die man braucht ist die monatliche Zahlung auch meist die teuerste, die quartals, halbjahres oder Jahreszahlung sind meist billiger. Die Frage "was braucht man?" ist im einzelnen sicher individuell zu beantworten, aber im Prinzip ist alles Luxus.

- Versicherungen: "brauchen" tut man eigentlich nur eine Haftpflicht, und eine Berufsunfähigkeitsversicherung, letzere ist extrem teuer, d.h. wer kein Geld verdient oder hat kann sie sich gar nicht leisten. Ansonsten je nach Risiko eine Rechtsschutz. Krankenversicherung wäre ein eigenes Thema für Bücher, aber wer sich heute noch Privat versichern kann, der zahlt auch den Spitzensteuersatz...und wenn man alt ist schlagen die richtig zu... Spielt also keine Rolle, ist wie die
Rentenversicherung also eher eine Steuer.
Zeitungen etc. ist klar oder?

- Telefon: In Deutschland gibt es echt noch Leute mit festen Handyverträgen und Raten. Was versteckte Kredite für Handys sind, dass das teuer kommt als sich ein Gerät nach Wahl zu kaufen und irgendeine 5€ Flatrate kann man sich ausrechen.

- Kredite: Ratenzahlungen auf irgendwas? Solange man hier irgendwas offen hat, bezahlen und vorzeitig ablösen, über "investieren" braucht man gar nicht reden, Kreditzinsen sind heutzutage höher als jede realistische Rendite. - Wenn hier ein Posten (z.B. Gebrauchtwagen) offen ist sollte der
schnellstmöglich getilgt werden.

- Fitnessstudio: Die meisten leben davon das die Leute die Verträge machen und nicht hingehen, wenn die Bude nichts zu bieten hat und man nicht 2 mal die Woche hingeht braucht man das nicht, wer ist schon so austrainiert das man mit BWE nichts mehr erreichen könnte? - und wer da nur Ergometer oder so fährt der kann auch laufen gehen. (wofür 2 Füsse reichen, ist bei Witterung eh effektiver)


Schritt 2: Wohnen
Wohnen: Heftigster Kostenfaktor auf die verfügbaren Einkommen ist Wohnen.
Wie schnell man die ersten 10k zur Existenzsicherung erreichen kann wird maßgeblich durch diesen Faktor mitbestimmt. Wenn das Einkommen aus der Arbeit eh nur ein Mindestlohnjob ist macht es keinen Sinn diesen in einer teuren Großstadt nachzugehen, den Mindestlohn gibt es Bundesweit, nach Möglichkeit ist es dann am vernünftigsten in ein strukturschwächeres Gebiet mit niedrigen Mieten zu ziehen (Nordhessen, Hunsrück, Bayrischer Wald, Oderbruch) optimalerweise ne Arbeitsstelle die man zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kann.
Wer bei den Eltern wohnen kann, sollte diese Möglichkeit so lang wie es nur geht ausnutzen.
In Ländern wie Italien oder Spanien ist das für Männer etwas ganz normales, weil die Situation eigentlich schon immer so war wie jetzt, und die Leute meistens eine Immobilie haben. Deutschland hingegen ist traditionell eine Nation von Mietskasernenbewohnern, Anfang der 70er und später meist auch kein Problem weg von den Nazieltern und dann irgendwo cool in eine der nagelneuen Plattenbauten ziehen und auf Player machen Höhöhö... Als Hartzer natürlich kein Thema, ab 25 gibts recht auf eigene Wohnung. Heute kann die arbeitende junge Generation unter der Dachschräge hausen und in der Zeitung von Neubauten für Flüchtlinge lesen. 


Sicher gibt es Einschränkungen man wird keine Frauen abschleppen die man seinen Eltern nicht vorstellen will, andererseits ist finanziell größtmögliche Unabhängigkeit zu erreichen wichtiger. Single-Haushalte sind teurer Luxus geworden. - Oberstes Ziel muss jedenfalls sein die Wohnkosten möglichst niedrig zu halten in den ersten Jahren.


Schritt 3: Konsumausgaben
Neben den Wohnkosten ist das fetteste Batzen und der worauf man am glücklicherweise/leider am meisten Einfluss nehmen kann. Da Deutschland zusätzlich auch noch allerhand versteckte Steuern in Form von Konsumsteuern und Mwst. hat ist die einzige Möglichkeit sich diese zu sparen, nichts zu kaufen. Nur so bleibt von denen eigenen Ressourcen möglichst viel übrig.

Grundsätzlich gibt es hier mehrere Grundregeln:

- Die 80/20 Regel: Besonders bei Elektronik und ähnlichen Gütern gilt meist die Pareto-Regel, für
20% des Preises der "Spitzenmodelle" bekommt man meist ein anderes Modell das zu 80% dieselben Funktionen/Komfort etc. bietet.

- Bei vielen Gütern gibt es die Kategorien "Professional" und "Consumerware". Bei der Consumerware geht es oft um den günstigen Preis, die Geräte halten ungefähr die Garantiezeit und dann gehen sie kaputt, geplante Obsolsezens ist auch keine Seltenheit. Das Zeug für den gewerblichen Einsatz muss länger und mehr Betriebsstunden halten, meist tut es das weil einem die Kunden sonst auf das Dach steigen, die Langzeitqualität ist oft deutlich höher.

- Ausnahmen sind häufig Geräte die für die Schwellenländer konzipiert sind, mittels "Value Management" sind diese Produkte oft vereinfacht und wenn sie woanders angeboten werden ähnlich günstig wie Consumerware, die Langzeitqualität ist aber oft deutlich besser weil weniger dran ist was kaputtgehen kann und man die Kunden dort anders bei der Stange halten muss wenn das Zeug für sie ein gefühltes Vermögen kostet.

- "Premiumprodukte" - das Gegenteil der letzteren Kategorie, meist Prestigezeug das über den Preis oder Marke höhere Qualität suggerieren will als das Produkt selber hat. Image, Design etc. stehen im Vordergrund. Wenn man Glück hat ist das Produkt nicht schlechter als andere die nur unwesentlich billiger sind, wenn man Pech hat ist es nur "Consumerware" oder noch schrottiger, also ein Blender, für den "Consumer" reicht das auch, er will ja nicht die Ware sondern das Image. "Wer billig kauft kauft zweimal" stimmt oft nicht mehr, manchmal halten die billigsten Sachen sogar am längsten.

Soviel zu den physischen Gütern: Nächste Kategorie sind "Dienstleistungen", Arbeit ist extrem hoch besteuert, und wenn man mit seinem dreifach besteuerten Nettolohn dann die Bruttolöhne anderer Leute bezahlen muss wird es natürlich teuer, teuer, teuer... Und man kann jeden Euro, nur einmal ausgeben. Beispiel: Wir möchten gerne Aktien die Dividende zahlen, sagen wir mal Beispiel Salzgitter oder sonstwas, pro Aktie gibt es 40cent pro Monat kosten tut die Aktie ca 40€, wenn wir pro Monat 11,25€ wollen brauchen wir 28 dieser Aktien, müssen also 1120€ Anlegen, haben dann Kursrisiko, (und noch sonstige Sachen und Kosten die hier nicht berücksichtigt werden können, aber den Kuchen in der Realität kleiner machen werden.)

Sagen wir ein Mann lässt sich alle 6 Wochen die Haare schneiden, Trockenhaarschnitt 15€ dafür das der Friseur den Laden aufmacht und die Schere/Maschine in die Hand nimmt. 9x pro Jahr - Lässt man dies von Mama/Freundin etc. machen oder tut es notfalls mit der Maschine selber macht das pro Jahr 135€, oder diese 11,25€ im Monat. - Das Gilt eigentlich für alles.
Die Rechnung dreht sich erst um wenn man einen sehr hohen Stundenlohn hat, wenn man 100€ die Stunde verdienen kann lohnt es sich natürlich nicht in der Zeit sein Auto selbst zu warten um die 70 € Mechanikerstunde zu sparen.
Da diesen Luxus nur die allerwenigsten haben bleiben also nur die Wege "Konsumverzicht/Begrenzung" sowie "möglichst viel Selbstleistung". Vermögen baut man nicht durch viel Einnehmen sondern wenig ausgeben auf.


Konsumausgaben II: Friss oder Stirb - Nahrungsmittel

Verfügbares Einkommen Niedrig? Gratulation, Sie dürfen sich ihr Vermögen vom Mund absparen! Nun, ganz so krass ist es nicht, Deutschland hat im Vergleich zu anderen Ländern Westeuropas billige Nahrungsmittel. Der Malocher brauch seinen Sklavenfraß der ihn arbeitsfähig hält, und die Transferempfänger nen vollen Bauch das sie die Fresse halten. Wie soll man hier also noch sparen? Selbst Gemüse anbauen? -> Ist mehr Spielerei, ein bisschen was kann man machen, aber selbst in Osteuropa wo viele Leute noch ihre Datsche haben zahlen sie schon drauf indem sie mit Bus oder Auto dahinfahren müssen, und der Arbeitseinsatz rechnet sich für den Ertrag meistens auch nicht, ist also mehr was für Bioanhänger. In Deutschland kann man vor allem dadurch sparen, indem man dafür sorgt das man 1. unnötige Wege vermeidet, 2. unnötige Kosten, d.h. noch jemanden dafür mitbezahlen müssen das er das Essen zubereitet und das Geschäft dazu. Restaurants sind also Luxus. Fette Kosten machen hingegen Einkäufe in Tankstellen oder Schnell-Restaurants aus, McDonalds ist nicht der zweitgrößte Immobesitzer der Welt weil sie gutes Essen verkaufen, sondern weil sie welches verkaufen, und oft in Industriegebieten oder zu nachtschlafender Stunde die einzigen die etwas essbares verkaufen. Für den Tagarbeiter haben vom Arbeitgeber nicht subventionierte Kantinen, Imbissbuden etc. denselben Effekt.

Lösung: Vorbereitung.
Also selbst Verpflegung mitnehmen, langfristig haltbare Lebensmittel am besten, Praxis alter Leute z.B. eine Stangensalami und ein Laib Brot für ne ganze Woche in Arbeitsplatznähe. Bei Hunger immer was da und reicht die ganze Woche, ganzer selbst gebackener Kuchen usw. usf. Wer viel Unterwegs ist sich eine Art EPA basteln. Mit ner Thermotasche hält ein Fertiggericht in der Schale da auch ein paar Monate bei Hitze und Kälte, einzeln eingeschweißtes Schwarzbrot und ein paar "Bifi"/"Carazzaa" ebenso. Wasserflasche für Leitungswasser etc. ist ebenso klar. In der Wohlstandsgesellschaft sind das "komische Marotten" die man allerdings oft gerade bei sehr reichen Leuten findet, Beispiel, der "Coffee to go", sagen wir mal ein Büroangestellter kauft jeden

Morgen auf dem Weg zur Arbeit nen Kaffee für 2€ weil er keinen Bock hat sich daheim einen zu machen. (Muss man ja 10 Minuten früher aufstehen...und so). 5 Tage die Woche, 10€ 6 Wochen Urlaub macht er natürlich mit allen Brückentagen usw. also 46 Wochen. Macht 460€ pro Jahr, diese 230 Becher Kaffee daheim hätten wenn er nen starken trinkt 5 Pfund Kaffee also 15€ gekostet... 4 Jahre Haare nicht beim Friseur geschnitten + 1 Jahr Kaffee daheim machen und schon sind die ersten 1000€ erhalten geblieben
.
Nun was die sonstigen Nahrungsmittel angeht die üblichen Binsenweisheiten, selbst Kochen ist sowieso angesagt. Und in Deutschland ist das Männerarbeit, weil deutsche Frauen unter 40 können maximal so gut kochen wie sie Ziegelsteine schleppen können, die Hälfte der Spätboomer-Weiber ist schon nicht mehr in der Lage dazu.

In den niedrigen Einkommensklassen, Single-Haushalten usw. ist "Prepping" sowieso angesagt, deine Familie ist sonstwo, wenn die Klitsche wo du malochst dein Gehalt nicht zahlt und deine EC-Karte nicht gehen schaust du schon blöd aus der Wäsche Freitag Abend, bei ein bisschen Hochwasser oder etwas mehr Schnee musste dann schon hoffen das dir jemand ein Carepaket vorbei bringt...oder man dich in die Notunterkunft zu den Leuten fährt neben die du dich im Bus nicht setzen willst. Der Prepper weiß das größere Mengen günstiger sind und Discounter Angebote, Verramschhändler und 1 Euro Shops hier eine Fülle an Möglichkeiten bieten einen Haufen Geld zu sparen, solange man bei haltbaren Produkten bleibt, und kein Zeug kauft was man sonst nicht kaufen würde. So zum Ende kurz damit das hier kein Kochblog wird, Brot vom Bäcker ist teuer und lohnt sich nicht, die Backlinge aus Polen kosten einen Bruchteil und machen auch satt, Feinschmecker backen es selbst. Grundnahrungsmittel kaufen, zwischen, halb und fertig verarbeitete Produkte lassen sich jeden "Zwischenschritt" und manchmal nur paar Sekunden Zeitersparnis teuer bezahlen usw. usf. - Wer weniger frisst, wird nicht fett und muss weniger kaufen.


Konsumausgaben III: Genussmittel 

1. Rauchen - Ohne Dampf kein Kampf 
Die billigste und gesündeste Lösung zum Geld sparen: -> Nicht rauchen. Wenn ich heute aber sehe das Leute sich darüber beschweren das sie kein Geld haben, und dann tatsächlich Zigaretten in Schachteln (mit deutschen Warnhinweisen) rauchen. Bei Preisen um die 7€ pro Schachtel braucht man sich auch nicht wundern. Für 7€ gibts ein Kilo Gulasch halb/halb, 8 Kilo Reis oder gar 18+ Kilo Mehl (= ergibt 27 Kilo Brot!) - Selbst wem die Schachtel 2-3 Tage hält ist pro Monat 70-110€ los, also ca 900-1350€ pro Jahr... 7 Jahre geraucht und ein ganzer Oacia verheizt.

Nun gut, der Raucheranteil beträgt bei Arbeitern und Soldaten auch weiterhin gefühlte 75%, aber wer schon rauchen will, der sollte sie sich zumindest selber Stopfen ansonsten wird das gar nichts mehr. Die selbst gestopften 7 Jahre bei den aktuellen teuren (mit Sicherheit weiterhin steigenden) Preisen für sagen wir Marlboro waren nur ca 2300C anstatt 6720€ stolze 4420€ Differenz. - Alternative geschmuggelte Jin-Ling rauchen, braucht man sich außerdem viel weniger Sorgen machen ob die Rente nicht reicht. 

2. Alkohol 
Bier -> Billigere Sorte umsteigen, gibt genug für die Hälfte die nicht schlechter sind als die teureren,. Alternativen -> Auf Highballs umsteigen (Whisky Soda) haut einem nicht den Diätplan zusammen und nicht soviel Phytoöstrogene. - Lieferdienste bei Getränken sind natürlich wesentlich teurer als selbst hin und herfahren, auch klar. 
Wodka in Deutschland unterscheidet sich billiger von teurem eigentlich nur durch die Filterung. Kaffeefilter+Aktivkohle und paarmal durchlaufen lassen und ab ins Gefrierfach, Aldi oder Absolut? 


Btw. alte Nummer, auf Lebensmittelgutschein Wasser kaufen, ausschütten, Pfandflaschen zurückbringen= Cash für Alk. 
Jede Flasche/Dose bringt 25ct. 14 Dosen bringen also soviel wie ne Aktie von Daimler im Jahr an Dividende bringt.  


Konsumausgaben IV - Klamotten 

#AnzügeundWollhosenimSommer 
Willkommen im Kostümverleih, T-Shirts mit Pokemon und Supermario, und abgerissene Jeans mit Löchern aber dem Label von irgendnem Depp für 199C für alle... Kleider machen Leute, und die reagieren auch drauf wie andere Leute angezogen sind, mit 1968 Verschwand in Westeuropa der Hut, dafür kam die Jeans das Batikhemd das Che-Guevara Tshirt... und danach Punk, Metal, Hiphop...Larp-Spielgruppen und Freakshows. Ein Schulfreund (Wigger) erzählte mir (nachdem ich die Schule gewechselt hatte) 
"Wir waren auf Klassenfahrt in Tschechien, das war voll komisch... die in unserem Alter sind ja wie ERWACHSENE angezogen und haben uns ausgelacht" 
Ich denke der Satz fasst das Thema gut zusammen. Vor ein paar Jahren wollte ich einfach ein paar Baumwollhosen für den Sommer kaufen, ich bin zum örtlichen C&A gefahren und habe im ganzen Laden nicht eine einzige Hose gefunden die nicht im supercoolen "Used-look" oder mit irgendwelchem Infantilen Krimskrams verunstaltet war. Man will ne neue Hose kaufen und alles im Laden sieht schlimmer aus als die man wegschmeißen musste. Am Ende fand ich ein Modell im Versandhandel (Zielgruppe Generation 50+) die alle Größen hatten, wo die Hose neu war und die hälfte vom C&A Preis gekostet hat. Ist wohl schon für andere Märkte wenn die Waschhinweise neben Deutsch und Englisch und Rumänisch auf Russisch sind... 
Ok genug vom Exkurs, hier ging es darum wie man die Kosten gering hält. 

Kurze Materialkunde: 
Auch bei Klamotten gilt, bessere Qualität hält in der Regel länger. 
Mischgewebe Baumwolle/Polyester: 
Strapazierfähige Stoffe mit guten Trageeigenschaften, typischer "Outdoor" Stoff "Armyshop" 

Nachbauware. 
Baumwolle: 
Kennt jeder, Pur gerne benutzt bei Uniformstoff (nicht so feuergefährlich wie Nachbauten), Sackos für den Sommer, Hosen, Unterwäsche usw. usf.  Oberhemden sollten aus 100% Baumwolle sein, ist angenehmer als die ganz billigen aus Polyestermischung. Knittert allerdings mehr. 

Wolle: 
Typischer Anzugstoff in Deutschland, 100% für Sakkos bessere Qualität knittert aber leichter. Wer viel Anzug tragen muss (Berufsbekleidung) und wenig ausgeben fährt mit 50/50 Schurwolle/Polyester erstmal besser, die lassen sich notfalls auch bei 30 Grad in die Waschmaschine schmeißen. (SpezialDinger dafür gibt es auch "Greif" Berufsbekleidung) 
Strickwaren/Pullover etc für den Winter sollten wenigstens aus 70% Wolle bestehen, Polyacryl ist ok wenns nix kostet oder für Baustellen. 

Leinen:
Flachs, Naturfaser ähnlich Baumwolle, kühlt bei Hitze, wärmt bei Kälte, idealer Stoff für den Hochsommer, knittert gerne. 

Polyester: 
Allgegenwärtig als Beimischung, in Jacken der meistbenutzte Futterstoff, und bei Jacken für Winter etc. es ist Plastik, es ist robust, leider kaum Atmungsaktiv, dafür trocket es schnell und in Sportbekleidung (100%) daraus schwitzt man wenig, dafür stinkt man schneller. Aber nicht verkehrt z.B. als Unterzieh-Tshirts wo man nicht friert bei Wind und Wetter, oder im Sommer das man sein Oberhemd nicht durchschwitzt. 
Nylon: Sehr ähnlich wie Polyester aber auf Erdölbasis, Einsatz in der Regel Oberbekleidung. Viskose/Kupro/Rayon etc. 
Kunstfasern aus Baumwollphase, leicht und angenehm auf der Haut, nicht die negativen Eigenschaften von Polyester. Als Futterstoff bei Anzügen besser als Polyester. 

Seide: 
Bei Männerbekleidung wenig relevant, außer bei Krawatten, die sollten aus Seide sein wenn man kauft. Deutsche haben Angst vor Krawatten, und können darüber entscheiden ob dich deine Nachbarn Grüßen oder nicht. 


Was wo wie kaufen? 
Das "Markenklamotten mit angesagten Labels" Prohibivpreise haben kann man sich denken, die Spannen sind eigentlich nirgendwo schlimmer oder krasser als bei Kleidung. 
Einzelhandel ist meist schlecht sortiert, und wenn man was anderes als genau die Konfektionsgrößen Größe bis 54 trägt braucht man da eigentlich kaum hingehen. Gescheiter man bestellt im Versandhandel mehrere Größen bis man die findet die passt, und nimmt dann den Artikel wenn er gut ist zwei oder dreimal für den Fall das einer runter/verschlissen ist. 
Extrem teuer ist oft 08/15 Ware wie Unterwäsche oder Socken, da das Verschleissartikel sind und wenn man was hat womit man zufrieden ist und wo man nicht 10€ für 3 paar Socken zahlt ruhig 15 oder 20 paar gleich organisieren, kaputt geht das Zeug von alleine. Standardzeug wie T-Shirts etc. ebenso. Kleine Defekte wie Löcher, offene Nähte abgefallene Knöpfe usw. sollte man natürlich sofort selbst reparieren. 

Selber nähen: Da gewisse Dinge im Handel oft schwer zu bekommen sind, kann selber Nähen interessant sein, und richtig viel Geld sparen, im Zweifelsfall sollte man wenn man über die Familie da nichts hat ne gute Änderungsschneiderei kennen die Sachen anpasst. 

Sozialkaufhäuser: Hier liegen oft gute Sachen die an "konservativer Bekleidung" die keiner haben will, haben oft ältere Leute für teuer Geld gekauft die nie die Gelegenheit hatten das Zeug anzuziehen weil sie nur auf den tot gewartet haben. Wenn man hier was findet was aber nicht ganz passt - entsprechend anpassen (lassen). 

Berufsbekleidung: Solang es nicht der große Vogel mit den Phantasiepreisen ist bekommt man hier robuste Bekleidung die lange hält und Witterung abkann, meist mindestens genauso gut wenn nicht besser als sog. Outdoor Premiummarken für Schaufenster-Polarforscher, und Bordstein-Trapper. Quellen Fachgeschäfte (teuer) Versender, Baumärkte und ab und an die Discount-Supermärkte. 
Kaufhäuser/Textilketten: Gemischte Qualität, wer braucht "Baukastenanzüge" bei P&C, Adlermode und Konsorten sind einfach und brauchbar, wer was "extravaganteries" Will und keine Kohle hat "Esprit" hat als "Armani für Arme" ganz gute Auswahl, aber leider meist nur Kindergrößen, Oberbekleidung auch Ordentlich, aber auch viel Schrott, Kunstlederjacken und so Zeug sollte man liegen lassen. 

Versandhandel: Kann man nicht direkt anprobieren ist größter Nachteil, ausgleichen über mehrere Größen wie gesagt, Vorteil sind Rückgaberecht, Umtausch usw. und meist zahlt man selbst wenn man das Porto bezahlt weniger als wenn man irgendwo in ein Geschäft geht und dafür noch Wegekosten anfallen und man alles erst im Laden raussuchen muss ohne Suchmaschinen etc. 

Militärware/Armyshop usw: Die meisten Nato Operettenarmeen haben Produkte die sich zivil verwenden lassen oder was taugen, und die Klassiker sind oft billigster Nachbau.

Schuhe:
Eigenes Thema an sich. Aber das ist nicht so wichtig, Grundregeln: Bevor man kauft immer die Nähte und den Übergang Sohle/Schuh checken wenn die Klebestellen schon ganz krass sind wird das nicht lange halten normal. - Mit Putzen und Pflege etc. hält Leder länger, Sohlen möglichst gerade nehmen, lässt sich dann nämlich auch von Mr. Minit etc. reparieren/austauschen. - Klassische Herrenschuhe ist rahmengenäht besser wenn man welche bekommt.



Im nächsten Teil u.a. Mobilität und Verkehr, langfristige Gebrauchsgüter, Wertpapiere

Kommentare:

  1. Jetzt da Sommer ist, wo kriege ich eine gute Wollhose?

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  2. Ich empfehle "Influence: Science and Practice" um Verkaufstrategien durchschauen zu können. Im Europa der Handelsketten und Online Shops gibt es zwar kein Verhandeln mehr aber es ist trotzdem nützlich.

    Kauft nicht bei Deutschen.

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  3. Ich schwöre auf die Sicherheitsschuhe vom Baumarkt mit ihren Schwarten dicker als ein Steak. Die Sohlen von Streetware (auch Stiefel) nutzen sich gleich mal ab und Nähte gehen sowieso auf.

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  4. LOL, die Wollhosen sterben wohl nie aus

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  5. Mit welchen Assets soll ich mich beschäftigen, wenn ich über die 10K hinaus bin? Hätte jetzt gesagt Wohneigentum und Etfs/Aktien.
    Und natürlich nicht plötzlich den bourgie lifestyle starten.

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    1. Die 10k sind erst mal ne fundamentale Sicherung an Wohneigentum brauchst du da nicht zu denken. Weil entweder wohnst du selbst drin, wird also eine Verbindlichkeit, oder du kaufst eine Wohnung und vermietest die, was Eigentümerversammlungen und deren Verpflichtungen bringt. Und für 10k kriegst du keine Eigentumswohnung.

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    2. Die Frage war eher ab wieviel cash man anfängt (in was?) zu investieren anstatt es auf der Bank inflationiert wird.

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    3. Kommt drauf an wie viel die Wohnobjekte kosten die man haben will. Mindestens die Hälfte sollte Eigenkapital sein und man kann verschiedene Förderungsfonds und sowas abklappern was die Hypothek angeht. Über Laufzeiten von 10 Jahren kann man auch Kreditverschiebungen machen da die Banken sich für Laufzeiten und nicht Objekte interessieren.

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    4. "Mit welchen Assets soll ich mich beschäftigen, wenn ich über die 10K hinaus bin? Hätte jetzt gesagt Wohneigentum und Etfs/Aktien."

      Die 10K sind insgesamt nur ne "Grundabsicherung", an Aktien und Wohneigentum ist da aber mangels Kapital noch lange nicht zu denken, es sei denn man wohnt wirklich in so nen Provinznest wo du ein Haus für 20.000€ bekommst oder sowas. - Aktien sind eignetlich nur interessant wenn sie Dividenden zahlen, allerdings sind die meisten wegen dem Anlagenotstand der anderen "Anleger" viel zu überteuert, und ein Einzelinvestment lohnt sich bei einer Aktie erst ab ca 2500€ und mit langer Haltedauer.
      Und wenn tatsächlich mal doch nen Gewinn da haben solltest wenn was verkaufst, musste davon - wenn die 800€ "Sparerfreibetrag" überschritten sind 25% Abgeltungssteuer (+Soli+Kirchensteuer) zahlen, und für das Depot und den Verkauf haste auch Gebühren bezahlt.

      Im Sinne von "Wird mehr" ist das also nicht besonders interessant, wenn du jeden Tag eine Flasche mit Dosenpfand einsammelst bringt das mehr als Aktien von Daimler für 1300€ zu besitzen...

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  6. Soviel Eigenkapital sparen bis man 50% vom Kaufpreis der Wohnung hat. Rest über Bank. Muss in 7 bis höchstens 10 Jahren abbezahlt sein. Wohnung wo man selbst drin wohnt ist NIEMALS EIN INVESTEMENT!. Die Dummen deutschen glauben das, dass macht es aber nicht richtiger nur weil es alle tun. Wenn das nicht möglich ist zu realisieren ist man eben zu arm. So wie die meisten eigentlich für ihren Lebensstandard zu arm sind und weit über ihre Verhältnisse leben.Wer keine 5000 netto im Monat zur Verfügung hat sollte auch keinen Audi oder dergleichen fahren. Man sollte sich auf Aktien konzentrieren.

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  7. Wer 50% ansparen kann, stemmt auch den Rest.
    Finde deine Beiträge lesenswert, erinnert mich an mein junges ich.
    Immer das zweitbeste etwas später kaufen und sparen als permanente unbewusste Geisteshaltung. Finanzielle Unabhängigkeit ging bei immer vor scheiss Konsum.
    Hass und Klimmzüge kosten übrigens nichts aber sind immens wertvoll

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