Donnerstag, 25. Juli 2019

(Selbst-)Verstümmelung

Ein Gastbeitrag von Crackman




Ironischerweise zeichnet sich in der zivilisatorischen Endphase einer Gesellschaft schon die Rückkehr zu Verhaltensweisen ab, die vor nicht allzu langer Zeit als primitiv und fremdländisch abgelehnt worden wären.

In der zunehmend balkanisierten und atomisierten Gesellschaft tun sich Löcher auf, die gefüllt werden wollen.
Und nein, ich meine (noch) nicht mit Leichen.
Und ich meine auch nicht die gelangweilten Weibchen.
Was ich meine ist die Freak Show die euch jeden Tag begegnet.
Denn die kultur- und identitätslosen Lücken einer wenig dominanten Leitkultur (oder nicht existenten) werden eigenständig gefüllt, mit unterschiedlich Ergebnissen.

Als Großstädter sieht man viele schräge Vögel und fragt sich oft welche evolutionäre Abzweigung diese Artgenossen genommen haben.
Merkwürdige Kleidung, Metall im Gesicht, Tätowierungen, Tunnel in den Ohren, merkwürdige Haarfarben und Frisuren.
Mit morbider Neugier schaut man sich das  an und versucht sich darauf einen Reim zu machen.
Interessanterweise scheint es auch ein Phänomen der (Post-)Moderne zu sein, da Länder wie Korea und Japan mit homogener Bevölkerung ähnliches erleben.

Also, why u do dis?!

1. Optics
2. Rebellion
3. Warnsignale
4. Identität
5. Rituell-traditionell
6. Batshit Crazy


1. Screw your optics

Für mich unverständlich, aber es gibt wohl echt Leute, die auf so ne Optik stehen.
Ein Kumpel von mir war etwas perplex als ich meinte „Nasenring ist für mich absolutes no-Go, außer sie wird als Nutzvieh gehalten, dann fänd ich’s akzeptabel“
Er findet einfach dass es gut aussieht. Weird.


2. Rebellion

Typische Beispiele sind aufmüpfige Teens und Frauen mit Daddy Issues. Aufmerksamkeit erregen, Selbstinszenierung, demonstratives abgrenzen und provozieren sind hier Stichwörter.
Problematisch ist es dabei, wenn die Eltern die Messlatte sehr niedrig gehangen haben.
Es hat vielleicht mal angefangen mit nem schwulen Ohrring, aber mittlerweile musst du dir schon mehr einfallen lassen als das.
Je nach Altersklasse haben deine Eltern schon der freien liebe gefrönt oder waren in den Neunzigern krasse Drogen Raver.
Wer hardcore drauf ist kann sich auch diese absurden Talk Shows aus den 2000ern ansehen, mit Britt, das mit der Schattenwand und sowas.
In den Unterschichten sind solche Pathologien viel vertreten, auch wenn natürlich fürs Fernsehen besonders prächtige Exemplare rangeschafft werden.


3. Warn-Signal

Narben im Gesicht, schiefe Nase, Blumenkohlohren. Breites Kreuz, tattoos, grimmiger Blick.
Alles potenziell abschreckende Zeichen.
Oder zumindest Zeichen die zur Vorsicht gemahnen.

Dagegen kommen einem Punks mit ihren gefärbten Haaren irgendwie vor, als würden sie eine Abkürzung nehmen.
Manchmal blickt man auch nicht mehr wer die gefährlicheren sind und welche die Poser.
So wie bei den Tieren mit knalligen Farben die giftig sind und die die es nicht sind aber vom Abschreckungspotenzial der anderen partizipieren.
Man sollte sich jedoch nicht beschweren, wenn die meisten gestörten und merkwürdigen Gestalten es so offen signalisieren, dann ist das vor allem erstmal praktisch und sollte auch als Warnsignal angenommen werden.
So könnt ihr bspw. die Interaktionen mit emo-Goth Suicide Girl gleich minimieren und braucht keine Zeit an Sie verschwenden.
Zumindest solange es nicht gerade um den opportunen Hass-Fick geht.


4. Identitätsstiftend

Wir erkennen den Metaller an seinen Band Shirts, langen Haaren, Wikinger Tattoos oder ähnlichem.
Das emo-goth suicide Girl an seinen Plateaustiefel, schwarzes Outfit, Haare, Makeup, oft auch Metall in der Fresse.
Den Weirdo an seinen gegeelten Haaren, schwarze Boots und Ledermantel bis zum Knöchel wahrscheinlich auf dem Weg zur Matrix-Convention oder dem nächsten School-Shooting.
Der freundliche Vato aus der Nachbarschaft hat nen Haufen Tattoos, ja auch im Gesicht. Mit Tränen und vögeln und knarren und dem ganzen Zeug.
Es gibt noch tausend weitere Beispiele und die haben alle noch irgendwelche Subkulturen,
am Ende kommt’s eh aufs Gleiche raus.
Jeder hat Anschluss zu irgendeiner Gruppe bzw. Identität gefunden, trägt das offen nach außen und definiert sich zu einem Großteil darüber.
Das soll sich im Aussehen widerspiegeln.


5. Traditionell-rituell

Überschneidet sich natürlich auch mit identitätsstiftend, aber wenn deine Mudda, deiner Muddan Mudda und deine Schwestern mit nem komischen Piercing und in komischen Gewändern wie zigeuner rumlaufen, tja dann wird klein Romana halt auch so rumlaufen...
Wenn Sie nicht eh einfach gezwungen wird.
Und apropos schneiden.
Das beschneiden von Kindern oder Babys ist auch ziemlich verbreitet, vor allem bei den Semiten-Völkern.
So kann man auch ne zumindest körperlich irreversible Zugehörigkeit versuchen zu erzwingen.
Gruppierungen, egal ob Fremde mit merkwürdigem aussehen, Kriminelle Organisationen und der Motorradclub um die Ecke, sie alle nutzen Rituale und Symbole.
Diese sind wichtig um die Ingroup abzustecken, Sie stärken und erzeugen das Gemeinschaftsgefühl. Sie können Geschichten erzählen oder den Status einer Person hervorheben.
Das alles kann mit Hilfe von Patches, Frisuren oder auch Tattoos gezeigt werden.
Tattoos eignen sich da sie mit Schmerzen und Aufwand verbunden sind und nur mit schmerzen und Aufwand wieder entfernt werden können. Vor allem kann man sie mal nicht eben kurz ablegen wie eine Jacke, das macht sie zu etwas besonderem.
Getragen werden sie auf der Haut, was natürlich auch ein Nachteil sein kann gegenüber Feinden.
Oder wenn Duterte dein Gangsign zum Abschuss freigibt.

Für die Gruppe sind Rituale und Symbole zweifellos sinnvoll.
Ich glaube aber, dass es hier eine schmale Gratwanderung gibt. Denn es kann auch wie ein Korsett wirken, die Gruppenmitglieder werden brutal an die Gruppe gefesselt. Vielleicht sogar schon von früh auf mit traumatischen Erfahrungen in ein Stockholm ähnliches Abhängigkeits- und Machtgefüge gezwungen.
Dann musst du dich dem Dienstälteren Mitglied unterwerfen, auch wenn er ein unfähiges Arschloch ist, dass dich gerne diddlen will.
So eine Gruppe begibt sich in einen inzestuösen Kreislauf und operiert über lange Zeiträume unflexibel auf dem gleichen Level, bis sie in der Regel von dynamischeren Gruppen ausgelöscht, ausgebootet oder unterworfen wird.

Trotzdem darf eine Gruppe und ihre Elemente nicht beliebig werden, dann verliert Sie Ihre Daseinsberechtigung. Oder wird wie die evangelische Kirche gay as fuck.

Ich kriege im übrigen oft das Gefühl, dass die Deutschen heimlich etwas neidisch sind auf türkische Großfamilien oder arabische Clans. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass deren starke Ingroup Outgroup Mentalität einen hohen Preis hat.
Denn viele Verhaltensweisen sind nicht nur im übertragenen Sinne inzestuös.
Mit Ergebnissen wie niedriger Intelligenz und Erbkrankheiten, werden zum Beispiel die Frauen primär direkt in der Ingroup (Familie) verheiratet.
Viele Semiten- und afrikanischen Völker sind sowieso bekannt für ihre skurrilen Rituale und regeln.
Nur habt ihr schon mal so ne Teller-Lippen fresse den Nobel-Preis entgegen nehmen sehen?
Wär aber schon lolzy, wenn „muh diversity“ dazu führt, dass der schwedische König Teller-Lippe die Hand schütteln muss.
Nachkommende Generationen werden vor allem den Kopf schütteln, wenn Sie Skelette mit den Piercings ausgraben und über deren Bedeutung sinnieren.


6. Batshit Crazy

Manche Leute sind einfach nur Gaga und machen komische Sachen.
Schlägt vielleicht nicht krass aus auf der Crazy Skala.
Aber ich kenne einen, der hatte ne Katze, die wurde vor kurzem eingeschläfert.
Die Tierarzt-Tante killt also das Tier, sieht dass er tätowiert ist und fragt ob sie noch einen Pfotenabdruck als Vorlage für ein Tattoo machen wollen.
Fand er ne richtig gute Idee.
Leute tätowieren sich also den Pfoten-Abdruck ihrer Haustiere...  eine menschliche Leinwand als Friedhof der Kuscheltiere?
Verdammt Weird.


Kommentare:

  1. Jetzt wo es so heiß ist und alle in der Favela Mode rumlaufen scheint mir eher es scheint schwierig zu sein jemanden unter 30 zu finden der kein affiges Tattoo irgendwo hat.

    "Warnsignal" sind die auch kaum noch in Deutschland, weil die meisten mit Tatoos echt nur Pussys sind. Die echten Warnsignale sieht man so bei den älteren harmlos wirkenden Leuten mit Poloshirts für die die 90er keine Technoparty waren...

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    1. Ich seh die übelsten Tattoos an Boomern. Die sind aus einer Zeit wo es noch ein Internet und Drucker gab und dementsprechend sehen die auch aus. Der Zahn der Zeit kommt noch dazu. Wenn du jemanden unter 30 Jahren siehst sehen die in der Regel alle total schwul damit aus. Früher hieß ein Shleeve Tat vielleicht noch "Ich bin Biker und habe einen Menschen getötet" und heute heißt das sowas wie Bitte Glutenfrei.
      Holt euch lieber richtige Narben.

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    2. So "Sleeves" dauern auch so an die 40 Stunden... und Studio kassiert 70-100€..."Angesagte Künstler" nehmen natürlich mehr...

      Wer Geld für sowas ausgibt der hat in der Regel auch sonst keins mehr...

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    3. Ich hab fucking Dauerstudenten gesehen mit Armen die waren voller Videospielmotive der schlimmsten Sorte von Nintendo. Und vor ein paar Stunden stand so ein Fettsack neben mir, beide Arme voll und du riechst halt wieder das Insulin. Zumindest taugt die Haut noch für eine Brieftasche mit Motiven.

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    4. i've seen gay ass sleeve tattoos over the Tannhäuser Gate...

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    5. "Holt euch liebe richtige Narben."

      Hab seit kurzem n schmiss in der fresse. Ist zwar nicht so Alpha wie ein tiefer cut von nem bare knuckle fight aber was solls, davon hab ich auch einen unterm Auge.

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  2. "und über deren Bedeutung sinieren"

    Wird dann so wie bei der Venus von Willendorf, wo sie überlegen, was das denn für eine Fruchtbarkeitsgöttin gewesen sein könnte. Die einfache Lösung, dass das der BBW-Fetisch irgendeines steinzeitlichen Wichsers gewesen sein könnte, will dann wieder keiner hören.

    Die Gestörtesten sind sowieso wie der weiße irische Arsch in Dont be a Menace, wo's normal klingelt, lol.

    https://m.youtube.com/watch?v=VPtPY5pTDJA

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  3. Ich denke, indem man Moden mitmacht, kann man sich nicht abgrenzen.
    Ich laufe seit 14 bevorzugt mit Hemd, Krawatte (oder Halstuch o. Fliege) und Sakko umher, habe dafür schon auf die Fresse bekommen, aber auch die schöneren Frauen und "grenze mich ab" - jetzt sogar schon von Bundestagsabgeordneten, die schlecht sitzende, offene Hemdkragen unterm Revers tragen, als Zeichen ihrer Anpassung und ihrer tollen Lässigkeit.

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    1. Wenn ich nen 14 Jährigen mit Krawatte sehe denke ich auch das isn Spasti und wahrscheinlich bist du auch ein ziemlicher Spast und hast jedes auf die Fresse kriegen verdient.

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    2. Bei Sack-o muss ich auch an Entrepreneur- und Pick-Up-Artist-Schwuchteln denken, mit 14 bis 20 wirkst du dabei nicht seriös, sondern wie ein altkluger Spasti. Da kannst auch gleich Knickerbocker und Propellerhut anziehen.

      Mach Faschoinsel-Jarhead, damit du mit Gasmasken larpen kannst und nicht so als würdest du auf ner schwulen Konfirmation rumhängen, oder zieh dich wie die anderen an, dann sparst dir wenigstens die Spontankämpfe. Ich lauf wie ein Clochard rum und werd beschenkt. :)

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    3. Bei der Fliege musste ich auch an Propellerhut, oder

      "Pee-wee Herman" denken..

      Ist halt immer die Frage was man ausstrahlen will (und was man kann).

      Der Deutsche wundert sich wenn er in anderen Ländern ist und die Teenager "wie Erwachsene" angezogen sind.

      Der Weggang von konservativer Kleidung ist ja gerade das 68er Ding.

      Erst verschwinden die Krawatten, dann die Anzüge, dann kommen die Jeans, dann bekomen die Jeans Löcher, und dann Favela.

      Wenn man sich die ersten Skinheads in den 60ern ansieht, waren die bis auf die Stiefel als Gruppenmerkmal halt eigentlich mit Absicht besonders "spießig" angezogen. Gerade als Gegenpol um zu Zeigen das dir der Hippiescheiss der Mittelklasse und der Bourgiekram gestohlen bleiben kann...
      Das ist vom Stil her dann erst später verwahrlost und abgestürzt.

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  4. Dork, lol.

    Die Krawatte und das Sacko waren für mich zumindest mit 16 ein guter Weg mich morgens unter die Vertreter und Wagecucks zu mischen, und wenn man ein Bier oder Schnapps bestellt hat nicht mehr nach dem Alter gefragt zu werden während meine Klassenkameraden ständig von der Polizei angehalten und nach Drogen untersucht wurden weil sie eben angezogen waren wie die Leute die Drogen nehmen...

    Aber da war ich schon auf keiner staatlichen Einrichtung mehr...

    Später ist eh klar, Deutsche haben Angst vor Leuten die Kravatten tragen. Könnte ja was zu melden haben... Wer in ner großen Firma wie Ice Cube, oder Handwerker durchläuft wird so behandelt... bei nem 20 jährigen der nicht ausschaut als ob er zur Konfirmation geht da ist sich schon kein Boomer sicher ob da jetzt der Typ von der Unternehmensberatung oder von woanders kommt der beurteilt wer schon zu lange hier gearbeitet hat...



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    1. Krawatten sind phallische Symbole.
      https://www.youtube.com/watch?v=YJyGzJ5PXAo

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    2. (((Postmoderne))) Anzüge sind schwule (((Anglo)))scheiße das geschnitten ist to as closely as possible approximate the male teenage body type that those faggots are in to.
      30er Anzüge hatten einen ganz anderen Schnitt und Stoff, dazu kommt noch das boomer zu blöde sind zum Schneider zu gehen. Anzüge tragen nur so wagecucks die dann mit 40 burnout haben und hoffentlich auf ihrer Weltreise bereichert werden.

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    3. Postmoderne Anzüge sind SlimFit und hören bei Größe 54 auf...Konformation halt.

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  5. https://www.youtube.com/watch?v=FcaI2Yg3lYo

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